Glosse

Salzkorn

2013 machte Pierin Vincenz einen mehrmonatigen Sabbatical. Nun zeigt sich,
warum er damals so entspannt um die Welt reiste.

Jürg Ackermann
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Peru, Chile, Vietnam und Thailand: Als Pierin Vincenz mit seiner Frau 2013 um die Welt reiste, sorgte das für Aufsehen. Denn unter Managern sind Sabbaticals die Ausnahme. Die meisten CEOs halten sich für derart unentbehrlich, dass sie selten länger als ein paar Wochen wegbleiben. Nicht aber der Raiffeisen-Chef. Während seiner zweimonatigen Auszeit beantwortete er kein Mail und war auch telefonisch nicht erreichbar.

Spätestens seit Dienstag und der Bekanntgabe des Untersuchungsberichts ahnen wir, warum Vincenz so entspannt um die Welt tingelte. Er wusste: Die Jasager in Verwaltungsrat und Geschäftsleitung würden sowieso machen, was er wollte. Oft schon in vorauseilendem Gehorsam. Vincenz hätte auch noch fünf Monate in die Südsee reisen und die Genossenschaftsbank von Bora-Bora aus leiten können. Das Risiko, dort von einer Kokosnuss getroffen zu werden, wäre deutlich höher gewesen, als dass ihm in der Konzernzentrale in
St. Gallen einer widersprochen hätte.