Salzkorn

Im Staub eines weit entfernten Kleinplaneten wird internationale Zusammenarbeit auf Zeit erprobt.

Thorsten Fischer
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Für die heikle Mission haben Frankreich und Deutschland eng zusammengearbeitet. Geklappt hat es dann doch nur, weil Japan das Projekt im schwierigen Umfeld unterstützt hat. Geht es hier um Politik? Nicht wirklich. Schauplatz ist kein Krisenherd der Erde, sondern der 300 Millionen Kilometer entfernte Asteroid Ryugu. Dort ist soeben das europäische Messgerät Mascot mit japanischer Hilfe gelandet und sammelt Daten.

Wieder einmal dürfen sich Kritiker und Euphoriker solcher Ausflüge ins All streiten. Was bringt der ganze Technikzauber, wenn auf der Erde noch so viele Konflikte ungelöst sind? Im Idealfall gewinnen Forscher vielleicht Erkenntnisse zum Schutz vor Asteroideneinschlägen.

Doch jede internationale Exkursion ist eben auch ein politisches Unterfangen. Frei von alltäglichen Zwängen wird internationale Zusammenarbeit auf Zeit erprobt. Und warum soll, was im Staub eines weit entfernten Kleinplaneten gelingt, nicht irgendwann auch dauerhaft zu Hause klappen?