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Glosse

Salzkorn

Wie Bundesrichter Recht sprechen am Beispiel eines Barpianisten.
Silvan Lüchinger

Als Tellerwäscher hat er schon gearbeitet, und als Koch. Vor allem aber ist der Mann Barpianist. Sein durchschnittlicher Lohn: 1500 Franken. Im Monat.

Seit seiner Kindheit leidet der Pianist an Epilepsie. Die Anfälle kommen mehrmals pro Monat. Nachher hat er heftiges Kopfweh, ist wegen der Medikamente und einer Schlafstörung müde. Darum hätte er gern eine IV-Rente. Als er den Antrag stellt, ist er 62.

Jetzt, fast vier Jahre später hat auch das Bundesgericht die Rentenberechtigung abgelehnt. Der Mann sei zu 80 Prozent arbeitsfähig, haben die Bundesrichter erkannt. Gestützt auf ein Expertengutachten, mit 3:2 Stimmen. Wenn es als Barpianist nicht mehr gehe, könne man auch anderweitig Geld verdienen. Als Klavierlehrer beispielsweise. Oder in einem Job, in dem man keine Leitern oder Gerüste besteigen muss. Recht so. Auch Bundesrichter, die krankheitshalber nicht mehr Recht sprechen können, müssen sich eine andere Arbeit suchen. Zum Beispiel als Barpianist.S.L.

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