Glosse

Salzkorn

Wie Zugfahren zur Qual wird.

Urs Bader
Drucken
Teilen

Zugfahren ist schon unter normalen Bedingungen oft eine Zumutung. In Zeiten von Ferien oder Ausflugswochen- enden ist es schier unerträglich. In gleich mehreren Abteilen des überfüllten Wagens brüllen Mitreisende in ihre Handys, wohl in der Annahme, ihr Geschwafel müsste auch alle andern beglücken. Einer von ihnen stochert gleichzeitig in einem Currygericht herum. Dessen penetranter Geruch vermischt sich mit dem Gestank von zu lange getragenen Socken – zwei weit gereiste Touristen haben sich ungerührt ihrer Schuhe entledigt. Derweil quengelt ein paar Abteile weiter ohrenbetäubend ein Kleinkind, dessen Eltern dies offensichtlich für kreative Lautäusserungen ihres Kleinen halten.

Nein, so macht das Reisen im öffentlichen Verkehr keine Freude. Da muss Abhilfe her. Entweder darf den Zug nur noch besteigen, wer den Besuch eines Anstandskurses nach- weisen kann, oder es muss aus menschenrechtlichen Gründen radikal der Individualverkehr gefördert werden.U. B.