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Glosse

Salzkorn

Ein Bild wie zu Don Camillos Zeiten.
Gottlieb F. Höpli

Don Giuseppe liebt es, die WM-Partien auf dem Grossbildschirm der Bar Centrale auf der Piazza zu verfolgen. Im trauten Kreis kommentiert er kenntnisreich die Spielzüge – und lässt dabei seine Schäfchen, vor allem die jungen, nicht aus den Augen. Ein Bild wie zu Don Camillos Zeiten, dem streitbaren Dorfpriester aus den Romanen Guareschis.

Doch auf dem idyllischen Bild fehlt etwas: Wo bleibt denn Peppone, der ewige Gegenpart Don Camillos? Politiker, auch lokale, mischen sich – ausser bei Wahlveranstaltungen – kaum mehr unters Volk. Sie sind erstens weniger beliebt heutzutage – und zudem selten so links wie Peppone.

Nun gut, zu Zeiten Gua­reschis waren im Städtchen auch noch drei Priester tätig. Die sich wohl selten zu ähnlichen Belustigungen unters Volk mischten. Don Giuseppe ist mit seinen 86 Jahren vielleicht der letzte seiner Art: Priestermangel, auch hier. Die populären Romanschriftsteller von heute schreiben drum lieber Krimis. G. F. H.

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