Salzkorn
Ferienmitbringsel sind zum Fürchten. Oder nicht? Und ja, es geht noch schlimmer

Wie man in der ein und der gleichen Zeitung Souvenirs verdammen und bewerben kann. Und womit man seine Mitmenschen noch viel mehr nerven kann.

Thomas Griesser Kym
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Illustration: Corinne Bromundt

Kaum haben die Sommerferien begonnen, plagen uns die Medien mit allerlei Tipps für die schönsten Wochen des Jahres. In einem Touristen-Knigge schreibt die «Sonntags-Zeitung»: «Mitbringsel sind gefürchtet. Kein Mensch braucht eine bemalte Schöpfkelle aus Kreta. Oder ein Säcklein Peperoncini mit der Aufschrift ‹100% natural Viagra›.»

In der gleichen Ausgabe berichtet die Redaktion von ihrem Ausflug auf die Ostseeinsel Hiddensee. Dort lebt und wirkt «Henry Engels, Bernsteinfischer». Bei ihm können die Gäste «Souvenirs, Mitbringsel, Schmuck oder Kunstwerke aus Treibholz und Bernstein kaufen».

Wer die lieben Daheimgebliebenen nicht mit derlei Mitbringseln das Fürchten lehren will, kann einfach «den Meister vom Laden aus durch eine Glaswand in Aktion sehen, wie er schleift, poliert und die braunen, cremefarbigen oder hellen Kleinode zum Glänzen bringt». Aber bitte keine Fotos knipsen. Denn, so das Blatt im Knigge: «Noch gefürchteter als Mitbringsel» sei «ein so gnadenloses wie endloses Präsentieren von Schnappschüssen auf dem Handy».