SALZKORN
200 Aston Martins auf der Flucht

Zu schön um wahr zu sein: Die Story über die 200 Briten, die aus Verbier flohen, war Fake News.

David Angst
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Nun soll auch Jack Ma, der chinesische Multimilliardär, untergetaucht sein. Wie vom Erdboden verschluckt. Langsam wird es unheimlich. Erst gerade ging die Nachricht um die Welt, 200 Briten seien bei Nacht und Nebel aus Verbier abgereist und spurlos verschwunden. Am Ursprung dieser Nachricht stand die Behauptung eines Walliser Mediensprechers.

Um es klarzustellen: Die Geschichte der 200 Briten ist erfunden. Aber schön wäre sie gewesen. Vor dem inneren Auge beginnt ein Roadmovie zu laufen. 200 Aston Martins mit Skiern auf den Dachträgern und die Kofferräume voller Skischuhe brausen über die Schweizer Landstrassen, verfolgt von der Walliser Gendarmerie. Irgendeiner der grossen britischen Thrillerautoren wie Ian Flemming, Alistair Mc Lean oder John Le Carré hätte aus diesem Stoff sicher einen Bestseller geschrieben.

Leider sind die alle tot. Und der Mediensprecher, der die Story von der Massenflucht in die Welt gesetzt hat, ist nicht mehr im Amt. Und das ist in gewisser Hinsicht doch auch ein wenig schade.