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LÜ: Brücken bauen statt Glocken läuten

Die St.Galler tun sich schwer mit dem, was sie Marktplatz nennen. Bereits zwei Vorlagen für eine Neugestaltung sind gescheitert. Jetzt ist der Stadtrat zur Einsicht gelangt, dass die bisherigen Projekte keine realisierbare Lösung hervorgebracht haben. Was tun? Der Ausweg liegt auf der Hand: Es gibt einen neuen Wettbewerb. Einen freien diesmal, und wer mitmachen will, muss sich nur an wenige Vorgaben halten. Die Haltestelle für den öffentlichen Verkehr muss auf dem Platz bleiben. Und die Calatrava-Wartehalle darf abgebrochen werden. Manche St.Galler sind die Geldverschwendung für immer weitere Wettbewerbe leid. Ginge es nach ihnen, könnte mit der Calatrava-Halle grad auch der Platz abgebrochen werden. Weil er keiner ist und nie einer werden wird.

Die einen arbeiten hüben, die anderen drüben. Das führt zu regem Pendlerverkehr zwischen Werdenberg und dem Fürstentum Liechtenstein. So regem, dass Velofahrer und Fussgänger nächstes Jahr bei Buchs eine eigene Brücke über den Rhein erhalten. Dann müssen die Autopendler keine Velopendler mehr überfahren und die Fusspendler sich nur noch vor den Velopendlern fürchten. Falls sich die Brücke bewährt, ist ein weiterer Steg für Kinderwagen- und Rollschuhpendler nicht ausgeschlossen. Nachdem die Pläne für ein Kongresshotel mit Stadtsaal gescheitert sind, müsste in Buchs ja Geld vorhanden sein.

Eine neue Brücke über den Rhein könnte auch etwas weiter nördlich ein Thema werden. Am Stadtrand von Lustenau, an einer bereits heute stark belasteten Strasse, soll ein neues Zentrum für Inneneinrichtung entstehen. Politisch ist das Projekt durchgewinkt. Ob die Bürgerinitiative Liebenswertes Lustenau dagegen noch etwas ausrichten kann, scheint fraglich. 2250 Autos pro Tag sind zu erwarten, davon 40 Prozent aus der Schweiz. Den Bauherrn kann man zur Lösung des Verkehrsproblems allerdings kaum in die Pflicht nehmen. Aus Ikea-Material lassen sich keine Brücken bauen.

Die Katholische Kirchgemeinde Wil hat eine neue Läutordnung erarbeitet. Demnach werden die Kirchenglocken ab Neujahr weniger oft, dafür bewusster eingesetzt. Damit den Wilern nicht langweilig wird, tönen die Glocken künftig zudem dem kirchlichen Jahreskreis angepasst. Im Advent wird anders geläutet als zu Ostern, in der Fastenzeit nicht gleich wie an Weihnachten. Die Wiler Glockenfreunde freuen sich darauf – und fragen sich bange, ob während der Gemeinderatssitzungen jetzt auch noch der Kirchturm Misstöne produziert.

Im Juli hatte die neue Geschäftsführerin der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg ihre Stelle angetreten. Jetzt hat sie bereits wieder gekündigt. Auf eigenen Wunsch, wie es heisst. Als Grund für das Ausscheiden gibt Kathrin Weber an, dass sie aufgrund des Rekrutierungsprozesses andere Erwartungen an die Stelle hatte. Vielleicht hatte sie auch nur das Stelleninserat falsch gelesen – und statt des Neubaus der Talstation einen Alpstein-Basistunnel erwartet. Vielleicht hatte sie auch nur das Stelleninserat falsch gelesen.

Silvan Lüchinger
silvan.luechinger@tagblatt.ch

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