«Jung & Alt»-Kolumne
Der ultimative Haushaltstipp

In der «Jung & Alt»-Kolumne schreibt unser Autor Ludwig Hasler, 77, alternierend mit Samantha Zaugg, Journalistin, 27. Diese Woche: Haushaltstipps mit Samantha Zaugg.

Samantha Zaugg
Samantha Zaugg
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Mühselig abstauben, Böden fegen und Teppiche klopfen? Nicht nötig, das geht auch viel leichter pragmatischen Haushaltstipps.

Mühselig abstauben, Böden fegen und Teppiche klopfen? Nicht nötig, das geht auch viel leichter pragmatischen Haushaltstipps.

Bild: Keystone

Lieber Ludwig

Du willst einen Ausblick in die Zukunft. Weiss nicht, ob ich das bieten kann. Wenn ich mir die Welt grad anschaue, dann ist es doch wirklich zum Mäusemelken. Klimakrise, geopolitische Konflikte, Artensterben, Rassismus, die Pandemie und sonst noch allerhand. Manchmal kann ich mich noch nicht mal mehr aufregen, sondern würde am liebsten unters Bett liegen und vor mich hinstarren.

Geht aktuell vielen so. Wenn einen die Gegenwart überfährt, ist die Zukunft schwierig. Deshalb habe ich beschlossen, mich fortan nur noch mit sehr unmittelbaren Dingen zu beschäftigen. Und da sind wir wieder unterm Bett. Da kann man sich nämlich nur hinlegen, wenn es nicht allzu dreckig ist. Ich hab da also mal sauber gemacht. Ich weiss nicht, wies bei dir unterm Bett aussieht, aber für mich ist das Putzen locker eine tagesfüllende Aktivität.

Überhaupt sind Erledigungen im Haushalt eine gute Idee. Kostengünstige und Pandemie-freundliche Aktivitäten zur Zerstreuung. Ich teile also gerne eine Auswahl meiner Favoriten: Hinter dem Heizkörper sauber machen, Kleider sortieren, Eisfach abtauen oder den Ablauf mit Natron spülen. Vielleicht gibt’s im Haus auch Vorhänge, die kann man waschen und bügeln. Dieser Modus funktioniert grad ganz gut. Auch hier in der Kolumne, habe ich mich doch eben erfolgreich vor deiner Frage gedrückt. Okay, ich nehme mich ihr nun doch an.

Du willst wissen, was sich junge Menschen für die Zukunft wünschen. Bei welchen Ideen sie denken, doch, da machen wir mit. Ich glaub, das ist von der falschen Seite gefragt. Viele junge Menschen äussern sehr genau, bisweilen auch laut, was sie sich wünschen.

Ich glaube, die Frage ist vielmehr, wo die Alten bereit sind, mitzumachen. Viele unserer Probleme stehen ja schon im Haus. Zum Beispiel das Ding mit dem Klima. Lösungsansätze wären da. Aber man müsste rasch und entschlossen handeln. Was erfahrungsgemäss nicht zu den Stärken derjenigen gehört, die in den Entscheidungspositionen sitzen. Ich glaube, es hängt sehr fest von der älteren Generation ab, wie es für die nächste wird. Wenn wir jetzt etwas machen, wird es vielleicht ungemütlich, aber noch nicht verheerend. Obwohl, vielleicht ist es dafür auch schon zu spät. Du siehst, Blick in die Zukunft fällt mir schwer. Aber ich will nicht die Stimmung runterreissen. Drum zum Schluss: Der ultimative Haushaltstipp!

Wenn man auch nicht mehr aufräumen mag, wenns zuhause aussieht wie Sau und einem alles über den Kopf wächst, dann geht man los und besorgt Blumen. Die stellt man dann einfach irgendwo in die Wohnung und zack – aus dem überbordenden Chaos wird eine charmante Unordnung. Nicht besonders nachhaltig, irgendwann wird man sich um Probleme kümmern müssen. Aber das ist auch später früh genug. Ich empfehle Ranunkeln und Anemonen.

Samantha

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