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Kolumne

Herz- und Beinbruch

Villa Kunterbunt
Bettina Kugler

Kinderlieder und Dichter haben meistens recht. «Alles neu macht der Mai» zum Beispiel, wie es die Kaffeemühle von Kasperls Grossmutter im «Räuber Hotzenplotz» spielt. Die muntere Zeile hat sich bei uns schon oft bewahrheitet. Nicht nur, dass Flieder und Holunder blühen (während die Veilchen, anders als zu Mozarts Zeiten, früher dran sind). Nein, etwas verwirrend Neues muss aufgehen «im wunderschönen Monat Mai», da bin ich durch und durch Romantikerin. Erste Verliebtheti! Sehnen und Verlangen, gefühlt hundert Whats-Apps pro Minute. Die Begleitmusik dazu im Zimmer der Zwölfjährigen... nun ja, ich gebe zu: von Schumann ist sie nicht.

Ich selbst erinnere mich an einen frühen Maimorgen; die Vögel sangen in den Gärten ringsum um die Wette. Der Tag war noch nicht da, dafür ein winziges Frauenzimmer und eine Hebamme, die nur ein Handtäschli dabeihatte. Die Welt an jenem Morgen war hier und jetzt so schön – wozu einen Umweg übers Spital nehmen? Gerade ist das Fräulein, kleine Schwester der maiselig Verliebten, zehn Jahre alt geworden. «Wie fühlt sich das an?», habe ich sie gefragt, denn bei mir ist’s schon ein Weilchen her. Es kam mir in den Sinn, dass ich mit zehn das Bein gebrochen hatte. «Weiss nicht», sagte sie achselzuckend. «Jedenfalls nicht wie ein gebrochenes Bein.»

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