GLOSSE
«Salzkorn»: Die Ehe für alle und die Scheidungsanwälte

Haben deshalb am Ende in Bern auch die Scheidungsanwältinnen und -anwälte an den politischen Strippen für die Ehe für alle gezogen? Der Verdacht ist nicht leichtfertig von der Hand zu weisen.

Urs Bader
Merken
Drucken
Teilen

Illustration: Corinne Bromundt

Künftig sollen in der Schweiz auch homosexuelle Paare heiraten können. So wollen es zumindest die Eidgenössischen Räte. Ob das Volk noch darüber befinden muss, wird sich zeigen.

Die Ehe für alle also, mit allen ihren Rechten und Pflichten, auch mit der Heiratsstrafe bei Steuern und Rente. Und mit einer recht wackligen Perspektive.

Sei’s drum! Für manchen und manche unter uns ist das Recht zu heiraten derart attraktiv, dass sie davon im Laufe ihres Lebens gleich mehrfach Gebrauch machen: Heiraten, sich scheiden lassen, heiraten…

Ein erweitertes Geschäftsfeld

Haben deshalb am Ende in Bern auch die Scheidungsanwältinnen und -anwälte an den politischen Strippen für die Ehe für alle gezogen? Der Verdacht ist nicht leichtfertig von der Hand zu weisen.

Immerhin dürfte sich damit ihr Geschäftsfeld kräftig erweitern. Die Scheidungsrate bei homosexuellen Paaren dürfte kaum kleiner sein als jene bei den Ehen von Mann und Frau, von denen zwei von fünf irgendwann wieder aufgelöst werden. Und das kann kosten.