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Explosive Leidenschaft

Die israelische Autorin Zeruya Shalev schreibt in kühnem Erzählstil von einer jungen Frau, die eine Affäre mit einem älteren Mann beginnt.
Melissa Müller

Fast alle Menschen in Israel waren schon einmal von Krieg und Terror betroffen. Sie leben in einem permanenten Ausnahmezustand. Gerade dies bringe grosse Kunst hervor, schrieb die «NZZ am Sonntag» kürzlich. Israelische Kultur sei wie die Menschen, die sie machen: schonungslos direkt und voller Chuzpe. Das trifft auch auf Autorin Zeruya Shalev zu, die einen Terroranschlag im Bus überlebte. Ihr Weltbestseller «Liebesleben» ist ein drastisches Buch. Darin begegnet die Ich-Erzählerin Ja’ara einem alten Freund ihres Vaters. Vom ersten Moment an verfällt sie ihm. Der Egozentriker schläft mit ihr, aber es scheint ihm völlig egal zu sein. Und obwohl er die junge Frau einsperrt und demütigt, kehrt sie immer wieder zu ihm zurück.

Das ganze Buch ist ein innerer Monolog. Autorin Shalev hat einen kühnen Schreibstil; ihre seitenlangen, verschachtelten Sätze sind nur mit Kommas gegliedert. Eigentlich ein No-Go. Aber genau dieses Stilmittel gibt der Erzählung etwas Fieberhaft-Gehetztes. Man ärgert sich über die Erzählerin, die diesem unsympathischen Mann nachläuft. Und für ihn alles aufgibt: Ihre biedere Ehe, ihre Karriere, ihre Vorstellungen von Treue und Anstand. Andererseits macht gerade ihre Selbstaufgabe den Sog der Geschichte aus: Ja’ara ist hungrig – nach Leben, nach Wagnissen und Schmerz.

Zeruya Shalev: Liebesleben, 368 S., Berliner Taschenbuch Verlag

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