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Es ist, wie du denkst

Unkommod

Wir stehen täglich vor x Entscheidungen, die meisten treffen wir unbewusst, respektive werden von unserem Hirn und hoffentlich auch ab und an Herz getroffen. Redun­dante Routineentscheidungen finden einfach statt, grössere wälzen wir über Tage. Warum? Weil die Konsequenzen weitreichender sind, wir mehr Menschen mit einbeziehen, vielleicht mehr Geld involviert ist oder sich dadurch so vieles ändert. Vor allem aber, weil wir nicht wissen, was danach ist. Eigentlich lächerlich. Wissen, was wird, tun wir ja sowieso nur, wenn wir es tun.

Es wirkt so rational. Abwägen, Szenarien entwerfen, Meinungen einholen, rechnen. Der Effekt ist, wir sitzen vor einem Datenberg und sind gelähmt. Es gibt auch andere Wege. Das «Als-ob-Prinzip» zum Beispiel. Dieses Prinzip wurde im 19. Jahrhundert von William James entwickelt und lautet «Wenn du eine bestimmte Eigenschaft haben willst, handle so, als ob du sie schon hättest.» Das klingt nun wieder irrational und emotional. Und Emotionen haben bei Entscheidungen nichts zu suchen, oder? Schauen Sie in den Spiegel. Wie sieht ihr abwägendes, grübelndes Gesicht aus? Ihr Denken beeinflusst Ihre Ausstrahlung inklusive Körperhaltung. Sie wiegen von einem Bein aufs andere, legen den Kopf mal auf die eine, mal auf die andere Seite, halten den Atem an. Unsere Mimik und Körpersprache zeigt, wir sind verunsichert.

Ganz anders, wenn wir den Entschluss gefasst haben, und vom Denken ins Tun übergehen. Dann sind wir fokussiert, handeln zielgerichtet, und das wirkt sich auch auf unsere Mimik und Körpersprache aus. Somit senden wir auch positivere Signale aus. Zugegeben, das ist einfach gesagt. Aber es ist auch einfach, es mal zu versuchen. Weniger nachdenken und mehr tun. Nicht unüberlegt, aber unvoreingenommen. Schliesslich wissen wir mit Sicherheit erst, wie es ist, wenn wir es tun. Im schlimmsten Fall klappt es nicht, aber dann wissen wir wenigstens das. Machen, das glaube ich, bringt uns weiter. Es stellt unsere Überlegungen und Theorien direkt dem Alltagstest, wohingegen die ausgedachten Möglichkeiten Möglichkeiten bleiben. Natürlich schützen wir uns durchs Denken vor möglichen realen negativen Erfahrungen. Aber ohne diese ist es schwierig, persönlich zu wachsen und zu werden, wer man sein kann.

Sie kennen bestimmt einfache Beispiele, die das «Als-ob-Prinzip» so weit belegen, dass sich ein erweiterter Versuch, diese vermehrt umzusetzen, lohnt. Lächeln Sie jemanden an, lächelt dieser zurück. Positive Momente entstehen. Vielleicht auch ein Gespräch. Vielleicht überwinden Sie sich sogar so weit, dass Sie einfach mal lächeln, auch wenn Ihnen grad gar nicht so danach ist. So kann das ausgelöste Lächeln von Ihrem Vis-à-vis auch Ihre eigene Stimmung heben. Die Kraft dafür hat man natürlich nicht immer. Und vielleicht ist für Sie in Ihrer aktuellen Situation ja alles tipptopp. Aber sollten Sie mal wieder in einer eher unzufriedenen Phase sein, warum nicht mal weniger grübeln und mehr machen. Allgemein glaubt man ja, dass Emotionen ein Verhalten erzeugen. Drehen Sie einfach mal den Spiess um – erzeugen Sie Emotionen durch Ihr Verhalten, durch Ihr Tun.

Claudia Lässer

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