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Kolumne

Du schön, ich cool

Villa Kunterbunt
Bettina Kugler
Illustration: Tom Werner

Illustration: Tom Werner

Der Lieblingssport der neunjährigen Antonia heisst derzeit Schaufenstermarathon, und er geht so: Wo immer zwei dieser gesichtslosen Ständer in Frauenkörperform (nicht meiner) hinter Glas posieren, müssen wir anhalten und vergleichen. Ist das gestreifte Kleid besser oder das getupfte, die blaue Hose oder die flaschengrüne, und findest du, dieses Top passt dazu? Ich gebe zu, dass mir das schnurzegal ist, Jacke wie Hose. Zwar hellt Mode oft auch meine Stimmung auf. Den kurzen Weg von A nach B macht sie jedoch zum Hürdenlauf; zudem genügen mir die übrigen rund 20000 Entscheidungen pro Tag.

Wie einfach war das Leben, als wir stilistisch einer Meinung waren, genauer gesagt: keiner. Das Kind zog morgens in Matschhosen und Gummistiefeln von dannen; drunter trug es irgendwas Geringeltes. Hauptsache bequem! Jetzt müssen wir früher aufstehen, denn das Training für besagten Marathon findet vor dem Kleiderschrank statt. Ich habe die Wahl zwischen Einhorn A und Einhorn B oder Wendepailletten. Gefällt mir nichts davon, heisst es nur lapidar: «Davon verstehst du nichts. Schön, das ist, wie du gerade angezogen bist. Ich aber will cool sein.» Doch wenn Antonia abends auf dem Heimweg friert, dann passt ihr sogar Mamas schöner uncooler Wollpullover. Er steht ihr übrigens ganz ausgezeichnet.

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