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Kolumne

Das Totholz lebt!

Urs Mattenberger

Das Projekt «Mission B» ermuntert uns Schweizer dazu, bis 2020 mehr biodiverse Flächen zu schaffen. Das reicht von der einheimischen Pflanze, die auf dem Fenstersims eine Insektenweide schafft, bis zur Rasenfläche, die man im Garten wild wachsen lässt.

Mir ist die Aktion willkommen, weil sie Legitimation für wilde Gartenflächen ist, in denen wuchernden Beeren und Hartriegeln nicht beizukommen ist. Vielleicht sollte ich kapitulieren und den Garten den 431020 Quadratmetern zuschlagen, die auf Missionb.ch neu eingetragen wurden?

Doch dann machte ich eine wundersame Entdeckung am uralten Zwetschgenbaum, den ein Sturm gefällt hatte. Seit ein paar Jahren liegt er als multifunktionale Holzskulptur mitten in unserem Garten – anfangs als Piratenschiff für die Kinder und heute als Sitzbank für Erwachsene. Vor allem aber dient sein Totholz Pflanzen und Insekten als Nahrungsquelle, Lebensraum und Brutstätte.

Den Beweis dafür erbrachte ein Trieb, der im Frühjahr aus dem Stamm hervorwuchs. Der tote Baum lebt tatsächlich! Dass sich der Trieb, mittlerweile über einen Meter in die Höhe geschossen, als Hasel entpuppte, trieb die Biodiversität noch weiter. Und machte aus dem einst künstlich platzierten Stamm eine Lektion im Loslassen: Was anderes bedeutet der Wildwuchs, der einen solchen, zum Sitzen untauglichen Zwetschgenhasel ermöglicht?

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