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Kolumne

2019: Ferien- und filmlos in schönen Wegwerf-Autos

Absurd, absurder, Prognosen
Sasa Rasic

«Ist ja immer die Schwierigkeit mit den Prognosen, dass sie die Zukunft betrachten sollen», hat laut kürzlich freigegebenen Bundesratsprotokollen Regierungsmitglied Leon Schlumpf (SVP) an einer Sitzung im September 1982 gesagt.

Manchmal sind Worte so weise, dass sie ins Lächerliche gezogen werden. Schlumpf hatte natürlich vollkommen Recht. Und zum Jahreswechsel kann man sich vor Prognosen ja kaum retten. Wobei die Qualität der meisten darin liegt, dass sie in einem Jahr für den einen oder anderen Lacher gut sind.

Die dänische Saxo Bank lässt die sonst so stark waltende Vorsicht mal links liegen und präsentiert jährlich ihre «empörenden» Prognosen fürs nächste Jahr. Darunter sind:

  • Apple weiss nicht mehr wohin mit dem vielen übrigen Geld und übernimmt mit seinen gigantischen Barmitteln kurzerhand den Elektro-Autohersteller Tesla.
  • Die Sorge ums Klima führt zu einer globalen CO2-Transport-Steuer, die Produkte und Ferienreise deutlich teurer macht.
  • In den USA geht General Electric pleite, die Investoren werden vorsichtiger, und die Finanzierungskosten für Unternehmen steigen deutlich. Eines der Opfer ist die von Anlegern zum Teil kritisch beäugte Film- und Serien-Plattform Netflix.

Auf den Strassen von 2019 sind also fast nur noch selbst fahrende, formschöne Design-Fahrzeuge. Über Kratzer und Beulen regt sich niemand mehr auf, da man als Apple-Jünger jedes Jahr sowieso das neu erscheinende Modell haben muss. Die anderen holen sich alle zwei Jahre ein Neues, da danach die Garantie ausgelaufen ist und sich das Gefährt auf wundersame Weise in seine Bestandteile auflöst. Da Ferien nicht mehr finanziert werden können, wandert dieses Budget einfach ins Sparschwein mit der Aufschrift «iAuto» später «iAuto 6» und schliesslich «iAuto X».

Die mehr oder weniger freiwilligen Konsumverzichter in dieser neuen Welt holen sich ihre nichtimportierten Waren einfach per Velo aus den Läden in der Nähe und begnügen sich statt Ferien mit den verbleibenden Serien und Filmen auf Netflix. Genaue Zahlen dazu sind aufgrund regionaler Unterschiede schwierig auszurechnen. Doch laut Expertenschätzungen der englischen Universität Leicester würde einem dann nur noch Material für rund 9 Monate knapp 14-stündigen Konsum übrig bleiben. Das sind für einmal ganz düstere Zukunftsaussichten.

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