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Kochen ist eine Kunst: Auflauf, Burger, Wiener Schnitzel ...

Die Erfahrungen einer Ungern-Köchin und warum ihre Gerichte «Fantasieessen» heissen.
Susanne Holz
Wie bleibt bloss die Panade so schön haften am Schnitzel. (Bild: EPA)

Wie bleibt bloss die Panade so schön haften am Schnitzel. (Bild: EPA)

Jetzt, da diese Sonntagszeitung schon bald (schöne) Geschichte sein wird, darf man es als Autor auch mal wagen, eine Schwäche zuzugeben. Und damit meine ich nicht etwa meine Schwäche für Mode oder Kosmetik, sondern vielmehr mein relatives Unvermögen, wenn es ums Kochen geht. Man könnte auch von relativem Unwillen reden – die Küche ist der Raum, den ich als Frau und Mensch am liebsten bestreike. Kochen kostet Zeit, und die reicht schon kaum, um Arbeit, Sport, Musik, Lektüre, Netflix, Wäsche und Kinderknuddeln unter Dach und Fach zu bringen. Will heissen, man müsste es wirklich gerne tun, um die Zeit dafür zu finden ...

Pasta und Fleisch mit Gemüsevariationen

Natürlich hat man aber doch ein schlechtes Gewissen, setzt man dem Nachwuchs ein ums andere Mal sogenannte «Fantasieessen» vor, bestehend aus Pasta mit variierender Sosse oder Fleisch mit variierendem Gemüse. Weshalb ich vor einiger Zeit beschloss, auf den Titel des Kochbuches «Das Gute leben» zu hören, gut zu sein, und die Kinder einige Gerichte aus den «365 Rezepten für jeden Tag» aussuchen zu lassen. Der Nachwuchs entschied sich für den Kartoffel-Spinat-Auflauf (vegetarisch), den Burger und das Wiener Schnitzel.

Was ist denn eine Navette?

Um es kurz zu machen: Wie befürchtet, fing der Ärger bereits beim Einkaufen an – da machte auch dieses Kochbuch mit seinen einfach anmutenden Rezepten keine Ausnahme. Beim Auflauf war eine Navette gefragt ... Google sagt hierzu: Speiserübe, Shuttlebus, Pendelzug. Die Migros-Verkäuferin setzte auf Kohlrabi. Bei den festkochenden Kartoffeln fand man nur ägyptische ...

Und schliesslich ass der Sohn ein Salamibrot, als der Auflauf die Familie nicht besonders glücklich machte.

Das Projekt Burger drohte dann am Düsseldorfer Senf und den Ochsenherztomaten zu scheitern – man wich auf gewöhnliche Tomaten und gewöhnlichen Senf aus. Problematisch war auch, das Burgerfleisch einigermassen flachzubekommen, so dass es in menschliche Münder passte. Die Avocados dazu schätzten die Esser auch nicht sonderlich.

Das Rezept für das Wiener Schnitzel schliesslich mutete so komplex an, dass man sich für eine fertige Sauce hollandaise entschied. Zudem kosteten nur drei Kalbsschnitzel 21 Franken, und nirgends gab es einen Tipp, wie die Panade gut am Fleisch haften bleibt.

Fazit: Wir kochen wieder Fantasieessen und schauen danach zusammen Netflix.

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