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Postkarte aus Vancouver: Klotziges Kulthaus

Bernadette Calonego

«Vancouver Special» ist nicht nur der Name eines Biers, sondern eines weit verbreiteten Haustyps, der von 1965 bis 1985 in Vancouver gebaut wurde. Diese Häuser sind ziemlich hässlich, aber geräumig und boten damals vor allem grossen Immigrantenfamilien viel Platz. Sie besitzen zwei Etagen, einen Balkon und meistens eine Backsteinwand beim Eingang. Für diese Retortenbauten wurden früher schöne Traditionshäuser abgebrochen. Später wurde das «Vancouver Special» zum Inbegriff des schlechten Geschmacks. Heute können sich wieder mehr Leute für diesen Haustyp erwärmen, denn er lässt sich so umbauen, dass zwei Familien oder auch mehrere Generationen darin wohnen können. Der einst von Ästheten verschmähte Baustil ist in der renovierten Version plötzlich wieder en vogue. Inzwischen ist es verpönt, «Vancouver Specials» abzureissen, wie es viele Neureiche tun und sie mit «Monster Homes» ersetzen. Die sind zwar neu und teuer, können es aber punkto Hässlichkeit mit den alten «Vancouver Specials» aufnehmen.

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