Klimawandel
Inselstaaten in Gefahr: Nicht nur durch den steigenden Meeresspiegel, sondern auch durch stärkere Wellen

Bald Land unter im Pazifik? Die Inselstaaten sind bedroht, aber auch Indonesiens Hauptstadt Jakarta ist in Gefahr.

Barbara Barkhausen, Sydney
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Nach der verheerendsten Flut der letzten Zeit im Jahr 2007 kam es 2013 gleich zur nächsten.

Nach der verheerendsten Flut der letzten Zeit im Jahr 2007 kam es 2013 gleich zur nächsten.

Wikipedia

Der australische Risikoforscher Thomas Mortlock von der Macquarie Universität in Sydney und Kollegen aus Mexiko und Japan haben den Bewegungsablauf von Wellen aufgezeichnet und festgestellt, dass die Küsten von Süd- und Westaustralien, den pazifischen und karibischen Inseln, Ostindonesien und Japan sowie Südafrika stärkere Wellen aufgrund der globalen Erwärmung erleben.

Seit den 1970er-Jahren hat der Ozean mehr als 90 Prozent der eingestrahlten Wärme absorbiert, was den Korallen schadet. Der Ozean wurde so nicht nur zur Energiequelle für stärkere Stürme: Spätestens seit den 1980er-Jahren hat auch die Wellenkraft weltweit zugenommen. Denn wenn der Ozean Wärme aufnimmt, erhitzt sich die Meeresoberfläche, wodurch die warme Luft über ihm aufsteigt. Dies hilft, atmosphärische Zirkulation und Winde anzukurbeln. Diese stärkeren Winde wiederum treiben die Wellen im Ozean an. Am deutlichsten ist dies in den tropischen Regionen des Atlantischen und Pazifischen Ozeans sowie in den subtropischen Regionen des Indischen Ozeans erkennbar.

Während die Pazifikstaaten die bekannten Leidtragenden des Klimawandels sind, ist inzwischen auch die erste Grossstadt dem Untergang geweiht: Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Manche Gebäude sacken hier jährlich bis zu 25 Zentimeter ab. Mehr als die Hälfte der Stadt liegt schon heute unterhalb des Meeeresspiegels, bis 2030 sollen es 80 Prozent sein. Setzt der Monsunregen ein, stehen ganze Stadtviertel unter Wasser: Eine der schlimmsten Überschwemmungen erlebte die Stadt 2007, als rund 70'000 Häuser über­flutet wurden und 80 Menschen starben.