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Kann man auch heiser Chinesisch reden?

Auch wenn's bei asiatischen Sprachen vor allem auf die Betonung ankommt. Sollte man Sie nicht verstehen, liegt es eher nicht an der Erkältung.
Valerie Labonté

«Chinesisch ist, neben Thai, ­Vietnamesisch und anderen Sprachen, eine tonale Sprache, in der nicht die Tonhöhe, sondern der Ton(höhen)verlauf einer Silbe entscheidenden Anteil an der Bedeutung hat», erläutert Sinologe Enno Giele von der Uni Heidelberg. «Etwa so wie bei uns ein steigender Ton eine Frage markiert und ein fallender einen Befehl: ‹Raus?› oder ‹Raus!›.»

Im Chinesischen wird damit allerdings nicht die Grammatik beeinflusst (Frage oder Aussage), sondern die Semantik, das heisst, die Bedeutung von Wörtern.

Je nach Betonung bedeutet das chinesische Wort «ma» zum Beispiel «Mutter» oder «schimpfen».

Ob man diese Variationen auch noch gut mit einer Erkältung hinbekommt?

«Solange eine Verschnupfte oder ein Heiserer überhaupt noch piepsen kann, kann sie oder er auch Tonhöhen variieren», ist Giele überzeugt. Analog müsste es ja auch im Deutschen unmöglich sein, heiser eine Satzfrage zu formulieren.

Zudem hilft beim Verständnis meist der Kontext, wie im Deutschen übrigens auch: Das Wort «haan» beispielsweise nimmt verschiedene Bedeutungen von «Wasserhahn» über «Federvieh» bis «Harn» an. Im Dialekt kann es gar «haben» oder «hatten» bedeuten. Allen eifrig Chinesisch Lernenden sei also versichert: Versteht man Sie nicht, liegt es vermutlich nicht an Ihrer Erkältung!



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