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Nach Australien zu Känguru,
Kakadu und Koala

Nirgendwo sonst leben so viele Koalas wie im Bundesstaat Victoria. Das kuschelige Beuteltier lässt sich am besten auf Eukalyptusbäumen erspähen. Auch Kängurus und farbenprächtige Papageien leben dort wild und lassen sich unkompliziert beobachten.
Text und Bilder: Geraldine Friedrich
Silt Jetties bei den Gippsland-Seen: Der nicht regulierte Mitchell River hat eine atemberaubende Landschaft mit Auenwäldern geschaffen. (Bild: Peter Lenk/Alamy)
Spielende junge Kängurus, direkt vor dem Ferienhaus.
Die Eukalyptusbäume sind aufgrund von Buschfeuern silberweiss.
Der Koala ist ein ideales Fotomodell.
Hinweis auf Raymond Island auf die Wildtiere.
Ein noch junger Rosella Crimson.
6 Bilder

Känguru, Kakadu, Koala

Knallrot, königsblau, ein helles Olivgrün: Ein, zwei, drei prächtige Papageien posieren filmreif morgens um 5.30 Uhr auf der hauseigenen Veranda des Jetty Road Retreats, einer kleinen Ferienhausanlage, die an den südostaustralischen Gippsland Lakes liegt. «Warum seid ihr schon so früh wach?», ruft Anett noch aus dem Schlafzimmer. «Die Papageien sind da, komm schnell!», antwortet die Autorin dieser Zeilen. Und so hat der gefürchtete Jetlag, der Europäer noch Tage nach der Landung im Morgengrauen aus den Federn treibt, gerade für das Beobachten von Federvieh seine Vorteile.

Der grösste Vogel ist sehr scheu

Die farbenprächtigen Rosellas, wie sie die Australier nennen, haben markante knallrote Körper mit zwei leuchtend blauen langen Schwanzfedern. Jungvögel der Art Rosella Crimson haben einen hohen Anteil grüner Federn, der mit dem Erwachsenwerden verschwindet. Auch die gemeine Felsentaube lässt sich nicht lange bitten. Sie punktet mit rostrot glänzenden Flanken. Der Kakadu ist der grösste Vogel, aber auch der scheuste. Nützlich: In den Ferienhäuschen liegen Bestimmungsbücher parat, und so kann man bequem sich morgens einen Kaffee aufbrühen und auf der Veranda per Buch seine Besucher korrekt bestimmen.

Die Gegend erinnert an den Schwarzwald

Victoria ist einer von sechs Bundesstaaten Australiens. Der am südöstlichen Zipfel Australiens gelegene Bundesstaat vereint ungefähr alles, was man auf den ersten Blick nicht mit Australien assoziiert: Er ist ausgesprochen grün, waldreich mit einer mitunter sanft-hügeligen Landschaft, die an Grossbritannien, wahlweise auch an den Schwarzwald erinnert, hat aber auch jede Menge Regenwald. Victoria ist zudem neben New South Wales der australische Bundesstaat mit den höchsten Bergen. Die Viktorianischen Alpen sind bis zu 2000 Meter hoch und lassen sich gut per Spazierfahrt über die Great Alpine Road erkunden. Für Europäer kurios: Statt Fichten und Lärchen überziehen endlose, kahle Eukalyptuswälder die Höhen, die Baumstämme sind aufgrund von Buschfeuern silberweiss. Das Klima ist gemässigt, das Outback liegt weit, weit weg, genauso wie Ayers Rock und das Great Barrier Reef.

50 Arten Koalas verspeisen 900 Eukalyptusarten

Die grösste Stadt Victorias heisst Melbourne und ist ein guter Startpunkt, um den kleinen Bundesstaat per Auto zu erkunden, wobei «klein» relativ ist: Victoria ist 5,5-mal so gross wie die Schweiz. Zwei, drei Tage in Melbourne lohnen sich, etwa um das Einwanderungs­museum («Immigration Museum») zu besuchen oder um auf den Spuren der Aborigines bei einem «Heritage Walk» durch den Royal Botanic Garden mehr über die typische Flora Australiens zu erfahren. So existieren in Victoria 900 verschiedene Eukalyptusarten, davon werden rund 50 Arten von Koalas verspeist. Was Koalas schmeckt, eignet sich für Menschen nicht unbedingt. «Zehn Milliliter reines Eukalyptusöl genügen, um einen Erwachsenen zu töten», weiss Jakobe, der durch den botanischen Garten führt. Der 26-Jährige gehört selbst einem Aborigine-Stamm an.

Plötzlich bleibt Jakobe stehen und zeigt auf einen Baum mit grossen, herzförmigen Blättern, der eher etwas versteckt abseits des Pfades liegt. Auf den ersten Blick wirkt dieser wie ein Traumkletterbaum für Kids, doch das sollten Eltern tunlichst verhindern. Es handelt sich nämlich um eine Art der Brenn­nesselgewächse namens «Dendrocnide excelsa», auch «Giant Stinging Tree» oder «Gimpi Gimpi» genannt. Deren Blätter sind flaumig behaart, die Brennhaare verursachen extrem schmerzhafte Ausschläge und gehen sogar durch die Kleidung. Noch fataler ist die Wirkung des Gifts der kleineren Art Dendrocnide moroides. Es existieren Erzählungen, dass Pferde von Klippen sprangen, damit sie dem Schmerz entkommen. Ein glück­loser Mann, der ein Blatt der Pflanze als Toilettenpapier nutzte, soll sich einer Legende zufolge erschossen haben.

Ein Kängurupärchen begrüsst die Ankommenden

Deutlich ungefährlicher ist dagegen das Beobachten von Australiens typischen Tierarten. So begrüsst bei der Kangaroo Lodge in den Viktorianischen Alpen, etwas ausserhalb des Örtchens Bright, ein Kängurupärchen die Ankommenden auf dem Rasen vor dem mondänen Ferienhaus. Auch um die Yering Cottages im Yarra Valley flitzen Kängururudel stets hin und her, die entsprechenden Hinterlassenschaften finden sich allerdings auch überall.

Per Kajak die Seen erkunden

Wer etwas Geduld mitbringt und sich ruhig verhält, kann sich den scheuen Tieren bis auf wenige Meter nähern. Tierbeobachtung läuft für europäische Besucher bei ihrer Reise durch den Südosten Australiens fast nebenher und lässt sich durch die Wahl der richtigen Unterkunft gut beeinflussen. Auch per Kajak lässt sich die Seenlandschaft der Gippsland Lakes samt Fauna in gemächlichem Tempo erkunden. Immer wieder passiert man Pelikankolonien und schwarze Schwäne. Eine Kängurufamilie lässt sich mit Nachwuchs auf einer der Inseln kurz blicken, hüpft aber wieder schnell davon. Der in den Gippsland Lakes beheimatete Burrunan-Delfin, eine Spezie, die erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde, lässt sich leider nicht blicken, etwa 50 davon sollen dort leben. Das Besondere an den Seen ist, dass sie nur an einem Ort namens Lakes Entrance mit dem Meer verbunden sind. Und das bekommen Paddler durchaus zu spüren, wenn sie aufgrund der Gezeiten gegen die Strömung paddeln müssen.

Koalas sind die perfekten Fotomodelle

Tipp: Von dem Hafenort Paynesville die für Fussgänger und Radfahrer kostenlose Fähre nach Raymond Island nehmen – die Überfahrt dauert wenige Minuten. Dort können Besucher schnell Koalas entdecken. Sie leben dort wild und hängen in erster Linie in den meist schon recht kahlgefressenen Eukalyptusbäumen. Koalas sind die idealen Fotomodelle, denn sie bewegen sich – im Gegensatz zu Papageien – nur äusserst langsam.

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