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Wie die Grossen, so die Kleinen: Gärtnern macht auch Kinder glücklich

Auch wenn es nur ein paar Kistchen auf dem Balkon sind: Junggärtnerinnen und Junggärtner freut's. Wie das geht, ist ganz einfach. Und im Notfall helfen Kinder-Gartenbücher.
Silvia Schaub
Pflanzen, jäten – und schliesslich eigenes Gemüse ernten: Ein Erfolgserlebnis auch für Kinder. (Bild: Michel Canonica)

Pflanzen, jäten – und schliesslich eigenes Gemüse ernten: Ein Erfolgserlebnis auch für Kinder. (Bild: Michel Canonica)

Vielleicht hat meine Leidenschaft fürs Gärtnern damals begonnen, als ich mit meiner Mutter die ersten kleinen Erdbeersetzlinge ins Balkonkistchen pflanzte und schon ein paar Wochen später die herrlich riechenden Beeren ernten konnte. Später bekam ich mein eigenes Gemüsebeet und durfte selbst Rüebli und Tomaten, Salat und Kräuter ziehen und war mächtig stolz auf meine Ernte.

Woher das Essen kommt

Eigenes Gemüse und Beeren zu ernten, ist für Kinder ein Erfolgserlebnis. Noch dazu eine sinnliche Erfahrung: vom Pflanzen übers Jäten bis zur Ernte. Da muss keiner mehr fragen, woher das Essen kommt. Und eigentlich ist es ganz einfach. Es braucht dazu nicht mal einen Garten, ein paar Kistchen auf dem Balkon reichen schon aus, um ein Kindergärtchen anzulegen. Und auch für die nötigen Werkzeuge muss man sich nicht gleich in grosse Kosten stürzen:

Eine gute Gartenschere, Handschuhe, Gummistiefel, Handschaufel, Gartenkralle und eine Giesskanne reichen fürs Erste aus.

Lustvolle Anleitungen

Wer in Sachen Pflanzenwahl und die wichtigsten Arbeiten etwas Unterstützung sucht, findet mittlerweile eine ganze Auswahl an Gartenbüchern für Kinder. «Wie trinkt eigentlich eine Pflanze und woher weiss sie, wo oben und unten ist?», holt Gesa Sander die Junggärtnerinnen und Junggärtner ab. Genau solche Zusammenhänge bringt ihnen die deutsche Grafikerin und Illustratorin in ihrem Buch «KinderGarten» (AT-Verlag) in gut verständlichen Beschreibungen näher. Ein wahres Kompendium, das alle wichtigen Grundlagen des Gärtnerns enthält.

Da verstehen auch Achtjährige, wie Fotosynthese entsteht, welche klugen Ideen sich die Natur ersonnen hat, um die Samen zu verbreiten, oder weshalb die Bienen so wichtig sind.

«Der Garten soll für die Kinder aber nicht ein Ort sein, der Arbeit macht und dann möglichst nur angeschaut, aber nicht betreten werden darf», erklärt die Autorin ihre Beweggründe für das Schreiben dieses Buches. «Mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen, macht zufrieden und ausgeglichen.» Die Natur bietet ja schliesslich auch Erlebnisse für alle Sinne: Farben, Formen, Gerüche, Geschmack.

Basics auch für die Grossen

Der Duft von frisch gemähtem Gras, das Sammeln von Kastanien oder Herbstblättern oder die fieberhafte Suche nach vierblättrigen Kleeblättern – Dinge, die in unserem schnelllebigen Medienzeitalter oft auf der Strecke bleiben. «Besonders befriedigend ist es doch, etwas wirklich Sinnvolles zu erschaffen.»

«Man pflanzt ein unscheinbares Samenkorn, das einem nach einer Weile ernährt!»

Wie das geht, zeigt Sander in ihrem sehr lust- und liebevoll illustrierten Buch. Dazu gibt es natürlich auch ein paar Basics, die jeder Gärtner – auch die grossen – unbedingt wissen muss: etwa wann im Gartenjahr welche Arbeiten auszuführen sind. Oder über das richtige Giessen: am Morgen und nie über die Mittagszeit oder direkt auf die Blätter. Oder was auf den Kompost darf: Obst- und Gemüsereste oder Teebeutel und Eierschalen, aber keine Fleischresten oder Fett.

Ideal für einen Kindergarten sind natürlich schnell wachsende Gemüsesorten wie etwa Pflücksalat oder Radieschen. Und diese kann man gut auch in einem Kistchen anziehen wie das Buch «Raus auf den Balkon – das grosse Handbuch für kleine Gärtner» (Knesebeck Verlag) zeigt.

Und plötzlich probieren sie Fenchel und Rosenkohl

In Schritt für Schritt-Anleitungen werden die jungen Gärtnerinnen und Gärtner an die Arbeiten herangeführt. Ein Glossar erklärt zudem, wie das geht mit dem Zurückschneiden oder Mulchen.

Beliebt sind auch Tomaten oder Kartoffeln. Wer schon sein eigenes Gemüse zieht, will es vielleicht gleich in der Küche verarbeiten. Deshalb findet man in Gesa Sanders Buch auch einfache Rezepte dazu, etwa Tomaten-Focaccia oder gebackener Kartoffelsalat. Auch Kürbisse und Feuerbohnen eignen sich für kleine Gärtner, denn ihre Samen sind gross und leicht zu pflanzen. So manche Eltern werden staunen, dass bisherige Gemüseverächter nun plötzlich einmal Fenchel oder Rosenkohl essen.

«Die Kinder lernen ausserdem, Verantwortung zu übernehmen», sagt Gesa Sander.

«Pflanzen sind Lebewesen, die wie Haustiere auch ‹gefüttert› und gepflegt werden müssen.»

Und da fragt auch kein Junggärtner mehr im Winter nach Erdbeeren, weil er jetzt genau weiss, wann sie reif sind und die eigenen ohnehin viel besser schmecken.

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