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Bibel: Jeder soll die Botschaft erhalten

Aktuell gibt es das Alte und das Neue Testament in 692 Sprachen. Damit haben 79 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zur Heiligen Schrift. Die Übersetzungsarbeit geht weiter – und nimmt auch neue Wege.
Andreas Faessler
Die Bibel. Aktuell liegt sie als Gesamtwerk in fast 700 Sprachen vor. (Bild: Werner Schelbert)

Die Bibel. Aktuell liegt sie als Gesamtwerk in fast 700 Sprachen vor. (Bild: Werner Schelbert)

Es klingt nach ungeheurer Fleissarbeit: Aktuell gibt es das vollständige Buch der Bücher in insgesamt 692 Sprachen zu lesen, wie der Weltverband der Bibelgesellschaften (siehe Box am Ende des Textes) mitteilt. Das sind 18 Sprachen mehr als noch ein Jahr zuvor. Somit haben nun schätzungsweise 5,6 Milliarden Menschen die Möglichkeit, die Texte des Alten und des Neuen Testaments in ihrer Muttersprache zu lesen.

Das Neue Testament allein ist mittlerweile in 1547 weiteren Sprachen verfügbar, wie die Gesellschaft präzisiert. Einzelne biblische Schriften sind in 1123 weitere Sprachen übersetzt worden. Somit ist aktuell in 3362 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel verfügbar. Das sind 38 mehr als noch im Vorjahr. Diese Zahlen basieren auf einer Annahme von weltweit rund 7350 existierenden Sprachen. Trotz der beeindruckenden Zahlen ist also noch Potenzial vorhanden: Nach Adam Riese gibt es noch etwa 4000 Sprachen, in welchen bislang noch kein Buch der Bibel übersetzt worden ist.

Wachsende Möglichkeiten der Verbreitung

Der Tatendrang des Weltverbands der Bibelgesellschaften auf dem Gebiet der Übersetzung ist ungebrochen. «Wir leben in einer Zeit, in der die Botschaft der Bibel von Barmherzigkeit, Versöhnung, Gerechtigkeit, Frieden und Liebe dringend gebraucht wird», sagt Alexander M. Schweitzer, Leiter der Übersetzungsabteilung. «Deshalb ist es wichtig, sicherzustellen, dass alle Menschen – unabhängig von der Sprache selbst – auf die Schrift zugreifen können.» Von dieser Mission angetrieben, arbeiten Bibelgesellschaften und -werke wie auch Spender noch intensiver zusammen als zuvor. Dies auch aufgrund der sich entwickelnden Technologie, welche ungeahnte Möglichkeiten eröffnen.

2018 war der Weltverband der Bibelgesellschaften, wie eingangs angetönt, besonders aktiv: Im Rahmen von 66 Übersetzungsprojekten hat der Verband neue Ausgaben der Bibel veröffentlicht. Bei 44 davon handelte es sich gar um Erstübersetzungen in einer neuen Sprache. Allein diese können nun von weiteren rund 77 Millionen Menschen gelesen und verstanden werden. Ein komplettes Neues Testament gibt es unter anderem in den Sprachen Blin und Gondi, wie der Weltverband ausführt. Das kuischistische Blin wird in Eritrea von rund 112000 Menschen gesprochen. Gondi gehört zur sogenannten dravistischen Sprachgruppe in Mittelindien und ist Muttersprache von rund 300000 Menschen.

Der aktuelle Stand, sprich das Vorliegen der kompletten Bibel in 692 Sprachen, ermöglicht es gemäss Angaben von ethnologue.com nun 79 Prozent der Weltbevölkerung, das Buch der Bücher zu lesen. Das sei ein Zeichen des Erfolges, hält der Weltverband der Bibelgesellschaften fest. Und doch sei noch viel Übersetzungsarbeit zu leisten, bis noch mehr Menschen sämtliche Schriften lesen können. Zum Ziel gehört es denn auch, dass die zirka 4 Prozent aller Menschen auf der Welt, welche noch keinen einzigen Teil der Bibel in ihrer Muttersprache lesen können, erschlossen werden.

Fokus Punktschrift und Zeichensprache

Ein weiterer Schwerpunkt der bibelgesellschaftlichen Arbeit sind Gehörlose sowie Menschen mit Sehbehinderung. Bereits 40 Bände umfasst eine Bibelausgabe in der Punktschrift Braille der in Uganda gesprochenen Sprache Luganda. Zahlreiche biblische Texte sind 2018 zudem in Gebärdensprache auf Ungarisch, Litauisch, Japanisch, Thailändisch und Guatemaltekisch publiziert worden. Die Bibelgesellschaften konzentrieren sich bewusst auch verstärkt auf die Zeichensprachen, um den rund 70 Millionen Gehörlosen weltweit die biblische Botschaft zu erschliessen.

Mit einer fertigen Neuübersetzung ist es in vielen Fällen aber nicht vollends getan, denn da sich Sprachen laufend weiterentwickeln, müssen in vielen Ländern klassische Übersetzungen der Bibel revidiert oder gar neu übersetzt werden. Durch Revisionen und damit einhergehende Modernisierungen soll besonders Jugendlichen der Zugang zur Materie erleichtert werden.

Weltverband mit 150 Mitgliedsgesellschaften

Der Weltverband der Bibel­gesellschaften, zu dem auch die Schweizerische Bibelgesellschaft gehört, ist die grösste Übersetzungsagentur weltweit, zählt 150 Mitgliedsgesellschaften und ist in über 240 Ländern und Territorien aktiv. Zu den Aufgaben des Weltverbands gehören die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Die Übersetzung erfolgt ausnahmslos aus dem Urtext und wird von ausgebildeten Fachleuten mit der jeweiligen Muttersprache vorgenommen. Übersetzt wird stets auf Wunsch und Initiative der Empfänger. Die Übersetzung eines einzelnen Buches aus der Bibel dauert in der Regel einige Monate. An einer Komplettübersetzung des Alten und Neuen Testamentes zusammen arbeitet eine ganze Gruppe rund zwölf Jahre. (fae/pd)

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