Jeder ein Wetterfrosch

Regen & Sonne Wie wird das Wetter? Auf die Vorhersagen ist nicht immer Verlass. Mit ein bisschen Know-how und einen Blick in den Himmel kann man sich die tagesaktuelle Wettervorhersage selbst machen. Christian Satorius

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Abendrot – Schönwetterbot stimmt leider nicht immer, in diesem Fall aber schon. (Bild: ky/Arno Balzarini)

Abendrot – Schönwetterbot stimmt leider nicht immer, in diesem Fall aber schon. (Bild: ky/Arno Balzarini)

Die grossen Sommerferien stehen vor der Tür. Aktivitäten wie Baden, Wandern, Velofahren und Grillieren wollen geplant und vor allem auf das Wetter abgestimmt sein. Auf die Wettervorhersagen im Fernsehen ist nicht wirklich Verlass. Viel besser ist es, einfach mal selbst in den Himmel zu schauen.

Nun ist es dummerweise nicht ganz einfach Sonne, Mond, Wind und Wolken richtig zu deuten und daraus das Wetter der nächsten Tage abzuleiten. Trotzdem lohnt es sich, selbst Wetterfrosch zu spielen, denn eine selbstgemachte Wettervorhersage ist genauer und lokal zutreffender.

Mond und Sonne: Wie das Wetter wird, steht in den Sternen, oder besser gesagt: um den Mond herum. Hat der nämlich einen farbigen Ring, wird es mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit in den nächsten 12 bis 24 Stunden regnen. Der mehr oder weniger bunte Ring kommt natürlich nicht von ungefähr, vielmehr ist es die Feuchtigkeit in hohen Luftschichten, die das Licht entsprechend bricht und uns so einen effektvollen Einblick in die Wetterzukunft gewährt.

Aus dem gleichen Grund kann übrigens auch die Sonne einen Ring aufweisen oder gar ihre Konturen hinter einem Dunstschleier verlieren; die Konsequenzen für den geplanten Ausflug sind natürlich die gleichen: Regenschirm mitnehmen.

Nachthimmel: Schon ein Blick in die schwarze Nacht kann verraten, wie das Wetter am nächsten Tag wird. Schön wird es, wenn ein klar zu erkennender Mond an einem wolkenlosen Himmel steht. Hat sich am nächsten Morgen nach dieser klaren Nacht auch noch reichlich Tau oder Reif (gefrorener Tau) gebildet, steht einer ausgedehnten Wanderung nichts mehr im Wege.

Morgennebel: Im Morgennebel kann man übrigens besser lesen als im Kaffeesatz: Löst sich der Nebel im Laufe des Vormittags fallend auf, wird es schön, steigt er aber auf und hält sich hartnäckig, wird das Wetter schlechter. Die Feuchtigkeit in der Luft lässt sich auch an den Kondensstreifen der Flugzeuge in vielen Kilometern Höhe erkennen. Lösen sie sich aufgrund der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit nicht auf oder halten sich zumindest ungewöhnlich lange, wird sich das Wetter verschlechtern.

Wolken: Dunkle Wolken bringen Regen stimmt leider so nicht immer. Lösen sich allerdings die scharfen Konturen der Wolken zunehmend auf, ist mit einer Wetterverschlechterung in den nächsten 12 bis 24 Stunden zu rechnen. Auch die Farbe der Schäfchenwolken gibt Anhaltspunkte über die Wetterzukunft: Je weisser Schäfchenwolken sind, desto länger hält sich das schöne Wetter noch.

Gewitter: Besonders gefürchtet sind naturgemäss Gewitter, auf hoher See oder im Gebirge können sie sogar lebensgefährlich werden. Statistisch ist die Wahrscheinlichkeit eines Gewitters in Mitteleuropa am grössten in der Nachmittagszeit zwischen 15 und 18 Uhr. Mit Hilfe eines Radios kann man das Gewitter sogar lokalisieren – ohne Wetterbericht, versteht sich: Wird das Radio auf eine senderfreie Mittelwellenposition eingestellt, knackt und knarrt das Gewitter deutlich hörbar. Sind die Blitze in der Ferne schon zu erkennen, gibt es noch die Möglichkeit, die Entfernung zum Gewitter auszurechnen und damit auch zu bestimmen, ob es sich nähert oder wegzieht. Da sich der Schall mit 343 Metern in der Sekunde ausbreitet, vergehen für gut einen Kilometer Entfernung circa drei Sekunden Zeit. Wer doch von einem Gewitter überrascht wird, sollte sich übrigens hinhocken – Beine dicht zusammen – und die Arme unter den Beinen verschränken.

Abendrot: Nun heisst es zwar so schön: «Abendrot – Schönwetterbot» und «Morgenrot mit Regen droht», ganz so einfach ist es aber leider nicht. Schlecht wird das Wetter nämlich immer dann, wenn die Sonne am Horizont in Gelb beziehungsweise Weiss übergeht. Leider bedeutet der Umkehrschluss roter Horizont, keine Wolken nicht automatisch auch immer schönes Wetter. Wird der Sonnenuntergang nämlich so richtig knallig tiefrot, kann es durchaus auch wieder regnen.

Lange sichtbare Kondensstreifen bedeuten, mit dem schönen Wetter ist's bald vorbei. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Lange sichtbare Kondensstreifen bedeuten, mit dem schönen Wetter ist's bald vorbei. (Bild: ky/Gaëtan Bally)

Löst sich der Nebel am Morgen fallend auf, ist schönes Wetter angesagt. (Bild: ky/Arno Balzarini)

Löst sich der Nebel am Morgen fallend auf, ist schönes Wetter angesagt. (Bild: ky/Arno Balzarini)

Mit Hilfe eines Radios kann man Gewitter lokalisieren – auch ohne Wetterbericht. (Bild: Nana do Carmo)

Mit Hilfe eines Radios kann man Gewitter lokalisieren – auch ohne Wetterbericht. (Bild: Nana do Carmo)

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