Insekten
Beissen, stechen oder pinkeln die Ameisen? Und wie wird man sie los?

Es gibt verschiedene Ameisenarten: Werden sie bedroht, setzen sie sich zur Wehr. Wir haben einige Tipps, wie man die Insekten tierfreundlich los wird.

Claudia Füssler und Jolanda Riedener
Merken
Drucken
Teilen
Die mittelamerikanische Paraponera-Ameise: Ihr Stich soll schlimmer sein als der einer Biene.

Die mittelamerikanische Paraponera-Ameise: Ihr Stich soll schlimmer sein als der einer Biene.

Bild: Getty

Fühlen sich Ameisen vom Menschen bedroht, wenn der in ihren Nestern herumgräbt oder sich aus Versehen drauf setzt, setzen sie sich zur Wehr. Und zwar, je nach Ameisenart, auf ganz unterschiedliche Weise. Die ursprünglichen Ameisen haben Stachel und stechen uns. Ein typisches Beispiel sind kleine Myrmica-Arten, bei denen der einzelne Stich nicht besonders schmerzt. Es greifen aber mitunter sehr viele Arbeiterinnen gleichzeitig an. Dann wird es unangenehm.

Schlimmer als Stiche von Bienen, Wespen und allen anderen Ameisen soll es sein, wenn eine mit­telamerikanische Paraponera-Ameise zusticht, im Englischen «bullet ant» (Kugelameise).

Sie sprühen Ameisensäure

Eine Gruppe von Ameisen, zu der auch die bei uns für ihre Hügel bekannten Formica-Waldameisen gehören, hat den Stachel verloren. Diese Tierchen sprühen stattdessen Ameisensäure. Das hat den Vorteil, dass sie sich so auch über einige Entfernung verteidigen können. Wenn die Säure in Wunden gelangt, ist sie besonders unangenehm. Ameisensäure ist auch Bestandteil von Bienen- und Quallengiften.

Wieder andere Ameisen stechen nicht und sprühen auch kein Gift. So etwa die Blattschneiderameisen. Deren Soldaten haben dafür grosse und starke Mundwerkzeuge, mit denen sie Wirbeltieren und dem Menschen empfindliche Wunden zufügen können.

Ameisen fernhalten: So geht's

132 Ameisenarten sind in der Schweiz heimisch, wovon 46 Arten als gefährdet gelten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat einige Tipps zur Vorbeugung und Bekämpfung von Ameisen im Garten und Haus auf seiner Website zusammengestellt. Im Garten gelten Ameisen als Nützlinge, weil sie dort organische Abfälle, tote Insekten und Eier von Schnecken oder Insekten beseitigen.

Wenn die Tiere ins Haus kommen, kann man sie auch ohne Gift beseitigen: Bei Ameisenstrassen, die von draussen nach drinnen verlaufen, können die Ameisen mit einer Schaufel und einem Besen aufgewischt und nach draussen befördert werden. Der Untergrund, auf dem die Ameisen gelaufen sind, kann anschliessend mit Essigwasser gereinigt werden, heisst es beim BAFU. An den Eintrittsorten kann man mit einer Kreide einen dicken Strich vor die Türe oder vor andere Eingänge ziehen. Dieser Strich wird von den Ameisen nicht überquert werden, da staubige Flächen von Ameisen gemieden werden.

Im Gebäude kann man an Orten, wo Ameisen gesichtet wurden, auch etwas Diatomeenerde oder Babypuder streuen. Weiter halten stark duftende frische oder getrocknete Pflanzen sowie eine Essigwassermischung zum Einsprühen Ameisen fern.

Falls das alles nichts nützt und sich ein Ameisennest im Gebäude befindet, der Befall sehr gross ist oder wenn es immer wieder zu einem Befall kommt, sollte die Ameisenart durch eine Fachperson bestimmt und eine Bekämpfung durchgeführt werden.

Das könnte Sie auch interessieren