Im Laufe eines Tages

Der Westschweizer Film «1 Journée» von Jacob Berger erzählt das Geschehen eines Tages aus der Perspektive dreier Menschen.

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Neu im Kino: «1 Journée» von Jacob Berger

Der Radiomoderator Serge (Bruno Todeschini) verlässt in der Früh das Ehebett und schaut auf ein Schäferstündchen bei seiner Geliebten Mathilde (Noémie Kocher) vorbei. Später, auf dem Weg zur Arbeit, fährt er einen Passanten an. Serge stiehlt sich davon.

Seine Frau Pietra (Natacha Régnier) erwacht an diesem Morgen deprimiert; als ihr im Laufe des Tages klar wird, dass ihr Mann mit einer andern schläft, will Pietra ausbrechen, möglichst weit weg. Als Dritter im Bunde muss Vlad (Louis Dussol), Serges und Pietras achtjähriger Sohn, mit dem Gebaren seiner Eltern klarkommen.

Die Erlebnisse der Hauptfiguren, die sich schliesslich alle drei wieder finden, sind auf kunstvolle Weise verflochten. Blut im Hauseingang etwa, das den verstörten Serge an das Unfallopfer denken lässt, stammt in Wahrheit von Pietra, die auf ihrem Fluchtversuch gestolpert ist. Die Mutter des Mädchens, in das Vlad sich verliebt, ist die Geliebte seines Vaters.

Eine zentrale Rolle im Film spielt Meyrin-Parc, der nach Konzepten von Le Corbusier angelegte Genfer Stadtteil. Der Regisseur ist dort aufgewachsen, sein Film feiert die Architektur der Sechzigerjahre. Allerdings kippt bisweilen das Kunstvolle ins Artifizielle. In der Romandie war dem Film kein grosser Erfolg beschieden. Und beim Filmpreis 2008 gab es zwar zwei Nominierungen ? für den besten Hauptdarsteller und das beste Drehbuch ? aber keinen Quartz. (sda)

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