Hunderte Koalas verenden in den Flammen — auch andere Tierarten kämpfen ums Überleben

Die massiven Waldbrände in Australien haben rund zwei Drittel der Lebensräume der Koalas zerstört — ihr Fortbestand ist bedroht. Der WWF fordert nun, die Tierart als «stark gefährdet» einzustufen. Die Internationale Rote Liste zeigt, um welche Arten es sonst noch schlecht steht.

Sarah Kunz
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Um die süssen Beuteltiere steht es schlecht: Rund 350 Koalas starben aufgrund der Buschfeuer in Australien.

Um die süssen Beuteltiere steht es schlecht: Rund 350 Koalas starben aufgrund der Buschfeuer in Australien.

Keystone

Seit Wochen erlebt Australien die schlimmsten Buschfeuer seit Jahren. Drei Menschen sind bisher gestorben, 100 weitere wurden verletzt – davon 20 Feuerwehrleute. Aber nicht nur Menschen, vor allem auch die Tierwelt leidet unter den Bränden: Mehr als 350 Koalas fielen den Flammen bereits zum Opfer. Die Zahl ist steigend.

Koalas leben auf dem Kontinent vor allem im sogenannten «Koala-Dreieck», schreibt WWF Australien. Das Gebiet erstreckt sich von Noosa im Süden Queenslands über Gunnedah im Nordosten New South Wales bis Südwesten Sydneys. Und genau im Zentrum dieses Dreiecks wüten derzeit die Brände.

Bisher ist den Behörden zufolge eine Fläche von knapp einer Million Hektar Land betroffen, also 10'000 Quadratkilometer. Zwei Drittel dieser gesamten Fläche sind Koala-Habitate. «Wenn es so weitergeht, verlieren wir den Kampf gegen die Erhaltung der Population», sagt Sue Ashton, Präsidentin des Vereins Koala Conservation Australien, zu «SBS News».

Geschichte von Koala Lewis bewegt weltweit

«Wenn Feuer ausbricht, klettern Koalas in die Krone der Bäume, rollen sich zusammen und machen sich klein», sagt Ashton. Bei kleineren Bränden, wenn das Feuer näher am Boden bleibt, sind die Koalas so sicher. «Aber wenn das Feuer intensiv wird, verbrennen sie bei lebendigem Leibe.»

Nicht nur die Flammen bedrohen die Tiere: Koalas bekommen den grössten Teil ihres Wassers aus den Eukalyptus-Blättern. Ohne Nahrung droht den überlebenden Tieren nun auch Dehydrierung. Viele Koalas wurden verletzt und unzählige seien obdachlos geworden, weil die Bäume verbrannt sind. Die Überlebenschancen der Tiere sind deshalb eher gering.

Ein besonderer Koala wurde zum Symbol dieser ganzen Tragödie: Die Geschichte von Ellenborough Lewis, wie der Kleine genannt wurde, bewegte weltweit. Die Australierin Toni Doherty entdeckte den verbrannten Koala inmitten eines Buschfeuers, als er über die Strasse hinein in den Wald lief. Sie zog ihr Shirt aus, rannte ihm nach und packte ihn. Dann wickelte sie das Tier in ihr Oberteil und trug es davon.

Im Port Macquarie Koala Hospital wurde Lewis dann versorgt: Helfer wickelten ihn in kalte Tücher ein, gaben ihm Sauerstoff, Eukalyptusblätter und Schmerzmittel. Das 14-jährige Beuteltier erlitt starke Verbrennungen an Füssen, Brust und Bauch. Eine Woche lang hielt der kleine Lewis durch. Dann entschied das Spital, ihn von seinen Schmerzen zu erlösen.

Bevölkerung spendet fast 2 Millionen Dollar

«Unser oberstes Ziel ist immer das Wohl des Tieres. Lewis' Wunden waren nicht behandelbar. Wir konnten seine Schmerzen nicht mehr länger tolerieren», teilte das Spital mit. Lewis wurde am Dienstag eingeschläfert. Der Tod des süssen Koalas bewegt Menschen auf der ganzen Welt.

Das Port Macquarie Koala Hospital hat auf der Plattform GoFundMe einen Spendenaufruf gestartet, um vom Feuer verletzte Koalas wie Lewis zu helfen. Das Ziel waren 25'000 Dollar. Nach nur wenigen Tagen war es erreicht. Doch Lewis' tragische Geschichte scheint die Menschen berührt zu haben: Mittlerweile wurden beinahe 2 Millionen Dollar gespendet.

«Wir können nun unser Trinkstationen-Projekt auf weitere Gebiete ausweiten», schreibt das Spital auf der Plattform. Davon profitieren nicht nur Koalas, sondern auch andere wildlebende Tiere in diesen Gebieten. Mit den zusätzlichen Spenden werde zudem ein Koala-Zucht-Programm gegründet, um den Fortbestand dieser aussergewöhnlichen Tiere zu gewährleisten.

Experten sagen: Tierart ist nicht «funktionell ausgestorben»

Wegen illegalen Rodungen, Siedlungsbau, Kollisionen mit Autos und der Klimaerwärmung ist die Zahl wildlebender Koalas in Australien in den vergangenen zehn Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Die Buschbrände haben das Aussterben der Tierart rasant vorangetrieben. Schätzungen zufolge gibt es nur noch zwischen 43'000 und 80'000 Koalas in freier Wildbahn.

In einer Medienmitteilung schrieb die Australian Koala Foundation im Mai, dass Koalas funktionell ausgestorben seien. Das heisst, die Bestände der Tiere und deren Lebensraum sind so stark geschrumpft, dass deren Fortbestand nicht mehr länger erhalten werden könne. Hinzu kommt, dass die Tiere nur etwa alle 18 Monate Junge kriegen und sich folglich zu langsam fortpflanzen.

Experten stufen diese Aussage nun jedoch als Übertreibung ein. «Die Anzahl Koalas wird weiter abnehmen. Aber wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem ein einziges Ereignis die ganze Tierart ausrotten könnte», schreibt National Geographic. Die Buschfeuer seien für die Koala-Population in der Region New South Wales zwar katastrophal gewesen, andere Habitate wie etwa im südlichen Staat Victoria seien davon jedoch nicht betroffen.

WWF fordert, Koalas als «stark gefährdet» einzustufen

Auch wenn Experten die ursprüngliche Aussage widerlegen, steht doch fest: Die Zukunft der Koalas ist ungewiss. Geht es nach dem WWF, sollen die Tiere nicht mehr länger nur als «gefährdet» eingestuft werden. Die Umweltschutzorganisation forderte die Australische Regierung auf, Koalas in den Staaten New South Wales und Queensland fortan als «stark gefährdet» zu listen.

Dieser Forderung könnte auch die Weltnaturschutzunion IUCN nachkommen. In ihrer aktuellen Roten Liste sind derzeit insgesamt 28'338 Tier- und Pflanzenarten als bedroht aufgeführt – das sind mehr als jemals zuvor. Die Internationale Rote Liste ist ein Indikator für den Zustand der Biodiversität und unterscheidet zwischen acht Kategorien: Ausgestorben (EX), in der Wildnis ausgestorben (EW), vom Aussterben bedroht (CR), stark gefährdet (EN), gefährdet (VU), potenziell gefährdet (NT), nicht gefährdet (LC) und ungenügende Datengrundlage (DD).

Koalas sind derzeit als «gefährdet» eingestuft. Wenn die IUCN die Rote Liste am 10. Dezember 2019 neu herausgibt, könnte sich deren Status aber ändern. Denn die Organisation vermerkt, dass die Bestände stark schrumpfen.

Diese Tiere stehen auf der Roten Liste

Die Rote Liste verändert sich ständig. So starb etwa das letzte weibliche Exemplar der Jangtse Riesenweichschildkröte im April dieses Jahres. Vergangene Woche erlitt eine andere Tierart einen ähnlich herben Rückschlag: Die 25-jährige Sumatra-Nashorndame Iman litt seit 2014 an einem Gebärmuttertumor und starb vergangene Woche eines natürlichen Todes. Iman war das letzte in Malaysia lebende Sumatra-Nashorn. Weltweit gibt es nur noch 80 Sumatra-Nashörner.

Das Nördliche Breitmaulnashorn, eine weitere Untergattung, ist im Jahr 2018 bereits ausgestorben, als Sudan, das letzte männliche Exemplar, eingeschläfert werden musste. Die verbleibenden, in Gefangenschaft lebenden Nördlichen Breitmaulnashörner sind beide weiblich und können sich somit nicht auf natürliche Weise fortpflanzen.

So wie den Koalas und den Nashörnern ergeht es noch vielen weiteren Tierarten. Am meisten bedroht sind Amphibien, Meerestiere, Primaten und Wildkatzen. In der Bildergalerie finden Sie einige Tiere, die auf der Roten Liste stehen.

Panda: Erfolg für den Artenschutz: Der Grosse Panda gilt nicht mehr als vom Aussterben bedroht. Die Experten führen den Erfolg auf die Aufforstung von Bambuswäldern in China sowie die Leihgabe von Pandas zur Fortpflanzung an Zoos zurück. Nach jüngsten Schätzungen leben derzeit 1864 Pandabären in freier Wildbahn. In den 1980er Jahren, zum Tiefpunkt der Panda-Zahlen, waren es weniger als 1000 Tiere. Trotzdem ist die Tierart auf der Roten Liste noch immer als «gefährdet» eingestuft. (Bild: Keystone)
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Gepard: Das schnellste Landtier der Erde hat auf dem afrikanischen Kontinent etwa 75 Prozent seines Lebensraumes eingebüsst. Verbreitet ist der Gepard heute noch vor allem im südlichen Afrika und in vereinzelten Gebieten im Osten. Wegen der starken Dezimierung der Gazellen-Vorkommen, Hauptbeutetier eines Gepards, sind die Bestände stark eingebrochen. Der Gepard gilt als «gefährdet», die Anzahl erwachsener Tiere geht aber jährlich zurück. (Bild: Keystone)
Berggorilla: Auch der Berggorilla wird nicht mehr als «vom Aussterben bedroht» eingestuft, sondern gilt nun als «stark gefährdet». Massnahmen gegen Wilderer in ihrem Lebensraum halfen, den Bestand in den vergangenen zehn Jahren von etwa 680 auf mehr als 1000 Exemplare zu vergrössern. (Bild: Keystone)
Tiger: Einst streifte der Tiger in großer Zahl durch riesige Gebiete. Heute leben weniger als 4000 Grosskatzen in freier Wildbahn. Illegaler Handel stellt heute die Hauptbedrohung für den Tiger dar. Indien vermeldete in diesem Jahr, dass der Bestand der Bengalischen Tiger erheblich zugenommen habe. Der Subkontinent beheimate nun mit knapp 3000 Exemplaren drei Viertel der weltweiten Tigerpopulation. (Bild: Keystone)
Amazonas Flussdelfin: Die Interaktion mit Menschen im Lebensraum des Amazonas-Flussdelfins – auch Boto, rosa Flussdelfin, oder Inia genannt – bringt zunehmende Risiken. Die bevorzugten Fischarten wie Schwarzer Pacu und Riesenpacu nehmen ab, da auch Fischer in der Region darauf abzielen. Haltung und Nachzucht von Amazonas-Flussdelfin enden meist nicht erfolgreich und sind keine Option für den Artenschutz. In Gefangenschaft erreichen Botos meist ein Alter von durchschnittlich nur 33 Monaten, obwohl einzelne Exemplare 10 bis 30 Jahre lebten. (Bild: Keystone)
Sumatra Orang-Utan: Orang-Utans bekommen erst mit 15 Jahren ihren ersten Nachwuchs und legen eine große Pause zwischen zwei Geburten ein. Die Menschenaffen sind uns sehr ähnlich: So pfeifen sie etwa zum Spass, küssen sich und halten sich bei Regen ein Palmenblatt über den Kopf. Ihr Überleben ist durch Abholzung, das Ausbreiten immer neuer, riesiger Palmölplantagen und den illegalen Tierhandel massiv bedroht. (Bild: Keystone)
Echte Karettschildkröte: Der Handel mit Produkten aus Schildpatt boomt in Touristenländern. Da das Material aus dem Panzer der Echten Karettschildkröte hergestellt wird, ist diese Tierart mittlerweile vom Aussterben bedroht. Mit einem Gewicht von bis zu 75 Kilogramm zählt diese Art zwar zu den kleineren Vertretern der sieben Arten von Meeresschildkröten, sie hat aber den schönsten Panzer. (Bild: Flickr/Timothy Willis)
Sumatra Elefant: Innerhalb nur einer Generation ist die Zahl der in freier Wildbahn lebenden Sumatra-Elefanten um die Hälfte zusammengeschrumpft. Die Hauptursache für den schwindenden Bestand ist der Verlust der Lebensräume. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die endemische, also nur auf Sumatra lebende Elefantenunterart, schon in weniger als 30 Jahren gänzlich ausgerottet sein könnte. (Bild: Keystone)
Spitzmaulnashorn: Das Spitzmaulnashorn ist das etwas kleinere der beiden afrikanischen Nashornarten. Es hat – wie der Name schon verrät – einen spitzen, fingerförmigen Greiffortsatz an der Oberlippe. Den afrikanischen Nashörnern werden ihre zwei großen, langen Hörner zum Verhängnis. In Teilen Asiens wird dem Horn eine fiebersenkende, entgiftende, krampflösende und seit neuestem auch krebsheilende Wirkung zugesprochen. Massive Wilderei hatte die Bestände zwischen 1970 und 1992 um unglaubliche 96 Prozent dezimiert. Im Jahr 2018 ist das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt, Sudan, gestorben. Diese Unterart gilt seither als ausgestorben, das Spitzmaulnashorn ist vom Aussterben bedroht. (Bild: Keystone)
Amurleopard: Mit nur noch unter 100 Individuen in der Wildnis zählt der Amurleopard zu den seltensten Wildkatzen der Erde und steht am Rande der Ausrottung. Zu den Hauptbedrohungen des Amurleoparden zählen Lebensraumverslust, Beutetiermangel und Wilderei aufgrund seines schönen gefleckten Fells. Auch werden immer wieder Amurleoparden getötet, weil sie auf der Suche nach Beute Nutztierherden angreifen. (Bild: Keystone)
Saola: Wegen Jagd und Zersötrung des Lebensraums gilt das Saola-Wildrind, auch als asiatisches Einhorn bezeichnet, als akut bedroht. In Gefangenschaft gingen die Tiere leider schon nach sehr kurzer Zeit ein, weshalb man sie bislang nicht studieren konnte. (Bild: Keystone)
Vaquita: Der Vaquita wird auch Kalifornischer Schweinswal, Hafenschweinswal oder Golftümmler genannt und ist die kleinste Walart der Welt. Sie sind relativ scheu, leben zurückgezogen, bleiben gerne unentdeckt und meiden Boote aller Art. Vaquitas sind von Natur aus eine seltene Art. Sie leben in einem einzigen Verbreitungsgebiet und waren niemals so zahlreich wie andere Walarten. Doch in den folgenden Jahrzehnten nahm die Fischerei im Verbreitungsgebiet der Vaquitas auf deren Kosten immer weiter zu. Mit einem Bestand von nur noch 30 Tieren zählt der Vaquita nun zu den 100 bedrohtesten Tieren weltweit. (Bild: Keystone)

Panda: Erfolg für den Artenschutz: Der Grosse Panda gilt nicht mehr als vom Aussterben bedroht. Die Experten führen den Erfolg auf die Aufforstung von Bambuswäldern in China sowie die Leihgabe von Pandas zur Fortpflanzung an Zoos zurück. Nach jüngsten Schätzungen leben derzeit 1864 Pandabären in freier Wildbahn. In den 1980er Jahren, zum Tiefpunkt der Panda-Zahlen, waren es weniger als 1000 Tiere. Trotzdem ist die Tierart auf der Roten Liste noch immer als «gefährdet» eingestuft. (Bild: Keystone)

Von einigen Tierarten existieren nur noch gerade eine Handvoll Exemplare. In der Grafik sehen Sie eine Übersicht der Anzahl verbliebener erwachsener Exemplare der ausgewählten Tierarten.

Glücklicherweise gibt es auch gute Nachrichten: So sind beispielsweise der Grosse Panda, der Berggorilla und die Kegelrobbe seit einigen Jahren nicht mehr länger vom Aussterben bedroht. Schutzprogramme, Reservate und Jagdverbote haben geholfen, dass sich die Bestände dieser Tiere wieder erholen konnten. Seit diesem Jahr gelten auch die Dryasmeerkatze, der Miss Waldrons Roter Stummelaffe und der Hispaniola-Leguan nicht mehr als vom Aussterben bedroht. Hingegen der Südliche Spinnenaffe und die Spaltenschildkröte zählen seit neustem zur obersten Kategorie der Roten Liste.

Laut dem WWF gehen neuste Erhebungen davon aus, dass sich die Aussterberate durch menschliche Einflüsse mittlerweile um den Faktor 1000 gegenüber der natürlichen Rate erhöht hat. Zu den weltweit grössten Bedrohungsfaktoren zählen vor allem Lebensraumverlust und die massive Übernutzung der natürlichen Ressourcen wie etwa durch Überfischung oder auch Wilderei. Hinzu kommen Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung.

Korallenbleiche hat verheerende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem

Und nicht nur Tiere sind gefährdet. Durch die Schwankungen im Ökosystem verliert die Erde auch immer mehr Pflanzen. Vor allem die Meere trifft die Klimaerwärmung hart: Immer mehr Korallen bleichen aus und sterben ab, weil die Wassertemperaturen steigen.

Eine Koralle ist so etwas wie ein Superorganismus: Sie besteht aus einem Kalkskelett, in dessen Gewebe weiche, gehirnlose Tiere leben – die Polypen. Sie sind gleichzeitig die Erbauer des Skeletts. Die einzelnen Polypen gehen mit einzelligen Algen, sogenannten Zooxanthellen, die in der Haut der Polypen leben, eine Symbiose ein. Die Koralle verwertet den von der Alge durch Photosynthese produzierten Zucker und bietet ihr im Gegenzug einen geschützten Lebensraum und Nährstoffe.

Werden die Zooxanthellen von der Koralle abgestoßen, verliert der Korallenstock seine Farbenpracht. Kehren die Zooxanthellen nicht innerhalb eines Zeitraumes von etwa acht Wochen zurück, stirbt die Koralle ab. Am Kalkskelett setzen sich dann Algen ab. Wie das aussieht, sehen Sie in der Bildergalerie.

So stellen wir uns Korallenriffe vor: schillernd, bunt, voller Leben. (Bild: Keystone)
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So wie auf diesem Bild sehen aber grosse Teile des Great Barrier Reefs in Australien nicht mehr aus. (Bild: Keystone)
Stattdessen präsentiert sich dieses Bild von abgestorbenen Korallen. (Bild: Keystone)
Diese beiden Fotos derselben Koralle liegen nur zwei Monate auseinander. Auf der linken Seite ist die Koralle ausgebleicht, auf der rechten Seite ist sie abgestorben. (Bild: Keystone)
Das Weiss der ausgebleichten Korallen mag zwar schön aussehen. Es bedeutet aber, dass der Organismus kurz vor dem Absterben ist. (Bild: Keystone)
Steinkorallen leben in Symbiose mit Zooxanthellen, die unter anderem auch für die Färbung der Korallen verantwortlich sind. Werden die Zooxanthellen von der Koralle abgestoßen, verliert der Korallenstock seine Farbenpracht. (Bild: Keystone)
Dieses Phänomen wird Korallenbleiche genannt und tritt vor allem bei zu hohen Wassertemperaturen auf. (Bild: Keystone)
Kehren die Zooxanthellen nicht innerhalb eines Zeitraumes von etwa acht Wochen zurück, stirbt die Koralle ab. Am Kalkskelett setzen sich dann Algen ab. (Bild: Keystone)
Ein abgestorbenes Korallenriff bietet keine Heimat mehr für die Lebewesen im Meer: Fische ziehen sich zurück, das ganze Ökosystem bricht zusammen. (Bild: Keystone)

So stellen wir uns Korallenriffe vor: schillernd, bunt, voller Leben. (Bild: Keystone)

Die Korallenbleiche hat verheerende Auswirkungen: Ein abgestorbenes Korallenriff bietet keine Heimat mehr für die Lebewesen im Meer, Fische ziehen sich zurück, das ganze Ökosystem bricht zusammen. Diverse Projekte setzen sich derzeit auf der ganzen Welt für den Schutz der Korallenriffe ein. Zudem werden in sogenannten Unterwasser-Gärtnereien widerstandsfähige Korallen herangezogen, die den wärmeren Wassertemperaturen besser standhalten.

Solche Projekte sind nötig, wenn die Biodiversität der Erde erhalten bleiben soll. «Unser Planet befindet sich inmitten des sechsten Massensterbens von Pflanzen und Tieren – der sechsten Welle des Aussterbens innerhalb der letzten 500 Millionen Jahre», teilte das Zentrum für biologische Vielfalt in den USA anfangs Jahr mit. «Wir erleben derzeit das schlimmste Artensterben seit dem Verlust der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren.» Bis 2050 könnten bereits 30 bis 50 Prozent aller Arten auf der Erde ausgestorben sein.