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In Schottland beruhigen
Therapie-Hunde gestresste Fluggäste

14 speziell ausgebildete Hunde stehen neuerdings am Flughafen von Aberdeen im Einsatz. Sie lassen sich streicheln und sorgen damit für niedrigen Blutdruck.
Gabriel Felder, London
Britische Fluggäste warten beim Check-In auf die Weiterreise. (Scott Heppell/AP)

Britische Fluggäste warten beim Check-In auf die Weiterreise. (Scott Heppell/AP)

Die meisten kennen die Situation: Flughafen, Hunderte von emsigen Menschen auf Rolltreppen, gelben Wartelinien, dem letzten Zack, auf Hochtouren. Die Transformation von entspannter Vorfreude zu kopfloser Manie kann sich innerhalb von Sekunden ­abspielen. In Aberdeen an der schottischen Ostküste kennt man das Phänomen nur allzu gut. Der Flughafen gehört zu den kleineren Luftverkehr-Drehscheiben Grossbritanniens, fertigte im vergangenen Jahr aber trotzdem über 3 Millionen Passagiere ab. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich der Blutdruck anhebt und die Toleranz für verspätete Abflugzeiten abnimmt. Seit vergangenem Samstag sorgt ein Rudel von sogenannten «Therapets» einmal pro Woche für Abhilfe: 14 Hunde verschiedenster Rassen, welche angespannten Fluggästen zum Streicheln, Knuddeln und liebevoll Tätscheln zur Verfügung stehen.

Hunde an «grosses Tamtam» gewöhnt

Die Hunde wurden gezielt nach einem ganz bestimmten Charakterzug ausgewählt: «Sie sind gewöhnt, dass man ein grosses Tamtam um sie herum veranstaltet, und lieben es, die volle Aufmerksamkeit zu bekommen», heisst es von der wohltätigen Organisation, die für Rekrutierung und Training der Therapiehunde verantwortlich ist. Vom deutschen Schäfer Bruno über den roten Labrador Renzo bis zur Collie-Hündin Luna – alle mussten anspruchsvolle Prüfungen und ­rigorose Untersuchungen durchlaufen, bevor sie in den Hundetrupp aufgenommen wurden. Gutmütigkeit galt dabei als Hauptkriterium. «Man sieht, wie die Gesichter der Leute aufleuchten», beschreibt Organisationsmitglied Diane Wood ihre ersten Eindrücke in einem Zeitungsinterview. Sie weiss aus eigener Erfahrung, wie die Vierbeiner für ein gesünderes und glücklicheres Umfeld sorgen können: «Wenn man ­einen Hund streichelt, senken sich Blutdruck und Herzschlag. Glückshormone werden ausgeschüttet.»

Wood wird in ihrem Enthu­siasmus von knallharten wissenschaftlichen Fakten unterstützt: Therapiehunde wurden schon in Spitälern, Schulen und Gefängnissen eingesetzt. Überall kamen Forscher zur selben Schlussfolgerung: Die Vierbeiner bringen Freude und Entspannung in Situationen, die oft als problematisch und spannungsgeladen empfunden werden.

Fraser Bain arbeitet als Einsatzleiter im Abflugterminal in Aberdeen. Er lobt die Therapiehunde als «tolle Botschafter» für den Flughafen von Aberdeen: «Einige Leute sagen uns, dass sie bewusst von hier abfliegen wollen, weil wir der einzige Flug­hafen im Land sind, der diesen Service anbietet.» Ein Problem sieht er allerdings mit seinen umschwärmten pelzigen Kollegen: «Leute könnten glatt ihre Abflüge verpassen, weil sie so von den Hunden eingenommen sind.»

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