Hotel Linde, Heiden: Üppige Teller in stilvollen Räumen

In der «Linde» in Heiden stammen alle Fleischgerichte von Tieren aus artgerechter Haltung. Doch auch Vegetarier kommen in der Gaststube, die wie in einem französischen Landhaus anmutet, auf ihre Kosten.

Melissa Müller
Drucken
Teilen
Gastgeber Edi Thurnheer und Kasia Balinska Thurnheer in der «Linde». (Bild: Urs Bucher)

Gastgeber Edi Thurnheer und Kasia Balinska Thurnheer in der «Linde». (Bild: Urs Bucher)

Als wir die Gaststube mit den edlen Nussbaumtischen betreten, fällt uns als Erstes die Vitrine mit drei prächtigen Torten ins Auge. Darauf steht ein Tablett mit Baumnussgipfeln aus Wolfhalden, die weit herum bekannt sind. Willkommen in der «Linde» in Heiden, gleich hinter dem Postplatz. 1840 nach einem grossen Dorfbrand erbaut, verfügt die «Linde» über einen prunkvollen Saal.

Der luftige Raum im hinteren Bereich des Restaurants, wo wir platziert werden, ist hell und einladend, mit Kronleuchtern, Sofa und einem antiken Buffet, gediegen wie in einem französischen Landhaus. Frische Tulpen stehen auf den Tischen. An den Fenstern hängen, obschon der Frühling naht, noch immer weihnachtliche Tännchen.

Das genossenschaftlich geführte Hotel hat immer noch den Ruf, politisch eher links zu stehen. «Bei uns verkehren alle politischen Kreise», versichert Edi Thurnheer, der das Lokal mit seiner Frau Kasia Balinska Thurnheer führt. Und von links bis rechts schätzen die Gäste das Cordon bleu. Und von weit her reisen sie auch, um Nose-to-Tail-Gerichte zu essen: Kutteln, Leber, Zunge. Doch auch Vegetarier werden hier ernst genommen.

Französische Zwiebelsuppe

Zur Begrüssung gibt’s Oliven, knuspriges Brot und Butter aus der Region (Fuchs-Molkerei). Unser Apéritif, ein Hugo, dürfte etwas kühler sein. Dafür munden die pikante, mit Käse überbackene französische Zwiebelsuppe (Fr. 7.50) und der knackige Blattsalat mit filetierten Orangen und Dattelstreifen (8.50).

Alle Fleischgerichte stammen von Tieren aus artgerechter Haltung. Co-Geschäftsführer Edi Thurnheer, der bei der Organisation KAG-Freiland gearbeitet hat, legt darauf Wert. Es gibt etwa Eber-Burger (24.50) oder ein Alpweideschwein-Nierstück mit Pommes und Gemüse (33.50). Fünf Veggie-Gerichte stehen zur Auswahl. Das währschafte Quornschnitzel an Morchelsauce mit Polenta und Gemüse (22.50) begeistert optisch und geschmacklich: Die Polenta ist cremig, das Vegi-Schnitzel schmeckt wie Pute. Die Pappardelle an Safransauce mit zwei grossen Scheiben gebratenem Ziegenkäse (23.50) sind mit Chinakohl und Rüebli angereichert – saisonales Gemüse aus der Region. Die Pastaportion ist äusserst grosszügig und reichhaltig.

Dennoch wollen wir uns das Dessert nicht entgehen lassen: Die hausgemachte Pfirsich-Quark-Torte (Fr. 5.50) ist fluffig-leicht und nicht zu süss. Auch Bauernhofglacés aus Waldstatt stehen zur Auswahl, darunter ausgefallene Sorten wie Baileys-Glacé. Fazit: Ein stilvolles historisches Lokal mit bodenständigen Gerichten aus regionalen und fairen Zutaten.

Hotel Linde Heiden

Poststrasse 11, 9410 Heiden AR 071 898 34 00

 www.lindeheiden.ch

Speziell: Grosses Vegi-Angebot,  Nose-to-Tail-Gerichte, Fleisch aus bester Haltung von KAG-Freiland.

Öffnungszeiten: täglich 7 bis 23 Uhr; Sonntags 8 bis 22 Uhr. Karte: Hauptgerichte abends rund 30.–, vegetarische Teller rund 24.–

«Frohsinn» Weinfelden: Die gut schmeckende Alternative

Der «Frohsinn» in Weinfelden, der zum eisernen Bestand der guten Gastronomie im Ort gehört, ist sowohl Restaurant als auch ein Ort regelmässiger kultureller Veranstaltungen. Das Lokal wird seit 1988 genossenschaftlich geführt.
Urs Bader