WOCHENSTERNE: Stille Wasser gründen tief

Das Skorpionzeichen illustriert die gegenwärtige Zeit exemplarisch: Der Blick aufs Wasser verrät nichts von dem, was sich unter der Oberfläche tut – fängt es darunter zu brodeln an, bekommen wir es erst später mit. Das sagen uns die Sterne vom 14. bis 20. November.

Claude Weiss
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An der aktuellen Konstellation ist zunächst wenig auszusetzen. Eine Drachenfigur zeigt Planetenen­ergien, die harmonisch zueinanderstehen. Die Sonne, die unsere Ziele anzeigt, steht in Konjunktion mit Merkur, Planet des Denkens, und im schönen Trigon zum visionären Neptun. Auch begünstigt diese einträchtige Konstellation in Wasserzeichen den freien Fluss der Gefühle. Mit der Venus im hoffnungsvollen Schützezeichen könnte alles doch sehr vielversprechend aussehen. Und es gibt Menschen, die diese Tage tatsächlich in verklärter und hoffnungsvoller Stimmung erleben. Sie sind nicht weit davon entfernt, sich in der besten aller Zeiten zu fühlen.

Rückläufiger Merkur

Das Problem mit dem rückläufigen Merkur ist, dass alles anders sein kann, als wir denken, und wir es zunächst gar nicht merken. Hinzu kommt, dass die begeisterungs­fähige Venus im Schützezeichen zurzeit im Quadrat zum Neptun steht, eine Stellung, die zu Illusionen in der Liebe und in Geldangelegenheiten geneigt macht. Wir stellen uns Dinge vor, die nicht real sind. Solange wir daran glauben, geht es uns aber gut. Auch kann der rückläufige Merkur mit den Missverständnissen, die er verursacht, zu einem Mehr an Arbeit führen. Fazit: Geniessen wir die schöne Zeit, wenn wir die Gelegenheit dazu haben und nicht vor allem damit beschäftigt sind, Missverständnisse auszumerzen und Pannen zu beheben. Machen wir aber aufgrund der Informationen, die uns zur Verfügung stehen und die trügerisch sein könnten, keine verbindlichen Pläne für die Zukunft. Erst ab dem 21.November können wir wieder auf festem Boden bauen, während wir uns jetzt noch auf Treibsand bewegen.

Haben und Loslassen

Es ist nicht auszuschliessen, dass wir bereits um den Stier/Skorpion-Vollmond vom 12.November in die Situation kamen zu erleben, wie sich Haften und Loslassen anfühlen. Von ihm heisst es, dass Buddha unter einer solchen Konstellation geboren wurde, eine Erleuchtung hatte und gestorben ist – eine Parabel zu Buddhas Leben, der, als Adliger geboren, bereit war, auf alles zu verzichten und auf diese Weise zur Erleuchtung kam. Tatsächlich können wir unter dieser Vollmondkonstellation häufig die Erfahrung machen, dass wir etwas haben oder behalten können, wenn wir gleichzeitig bereit wären, darauf zu verzichten.

Nicht unvorbereitet sein

Zu wissen, was von Bestand ist und etwas darstellt, auf das wir zählen können, während wir auf andere Zugaben und Geschenke nicht automatisch Anspruch erheben: Dies sind generell Qualitäten, die sich in diesen Tagen bewähren. Der unaspektierte Uranus, der im Stierzeichen die Möglichkeit unerwarteter Veränderungen in Geldangelegenheiten anzeigt, macht ab dem 19.November eine Opposition zum Mars. Dies lässt ihn noch unberechenbarer agieren, und der kurz danach stattfindende Wechsel der Merkur-Rückläufigkeit zu direktläufig kann in Verbindung damit zu einem Realitätsschock führen. Auf die verschiedensten Möglichkeiten gefasst zu sein, ist in dieser Zeit die grosse Kunst.