WOCHENSTERNE: Beziehungen im Kreuzfeuer der Erwartungen

Nun wird uns bewusst, was wir in Beziehungen brauchen. Um das leben zu können, was uns zutiefst wichtig ist. Aber auch, um beschützt zu werden, wo wir uns verwundbar fühlen. Ein anspruchsvoller Mix an Erwartungen. Das sagen uns die Sterne vom 6. bis 13.Februar.

Claude Weiss
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Sonderlich realistisch sind wir zurzeit nicht. Wir wissen aber sehr gut, was wir uns wünschen. Unseren Träumen und Sehnsüchten nahe, kommen wir mit ausgeprägten Erwartungen in Kontakt. Sie wecken in uns Vorstellungen, wie ein erfülltes Leben aussehen könnte. Ein Leben jenseits von Konventionen und Zwängen. In einer lebendigen Beziehung, in welcher wir uns auf Augenhöhe begegnen und den treuen Gefährten an unserer Seite wissen. Den Begleiter, der uns unterstützt, wenn wir im kühnen Sprung die Sterne vom Himmel reissen möchten. Der aber auch für uns da ist, wenn wir uns schwach fühlen und einen ebenso zuverlässigen wie sicheren Partner an unserer Seite brauchen. Wir sehnen uns die Person herbei, die uns so gut kennt, dass sie weiss, was wir in den verschiedensten Momenten unseres Lebens brauchen, die intime Kenntnis unserer Schwächen und Empfindlichkeiten hat, diese aber nie dazu missbraucht, uns auszunützen oder kleinzumachen. Soweit das Ideal, das uns vorschwebt und an welchem wir unsere Beziehung messen. Sind wir in unseren Ansprüchen allzu absolut, kann es sein, dass wir unter den gegenwärtigen Konstellationen eine Beziehung beenden, wenn sie zu sehr von unseren Erwartungen abweicht. Vielleicht fühlen wir uns aufgrund von neuen Vorkommnissen auch derart in unserer Sensibilität verletzt, dass wir den Eindruck haben, ein weiteres gemeinsames Miteinander sei nicht mehr möglich. Oder wir erleben solches von Seiten des Partners.

Dem Seelenpartner begegnen

In einer solchen Situation kann es auch sein, dass wir dem Seelen­partner begegnen, jenem Menschen, bei welchem wir das Gefühl haben, durch geheimnisvolle Bande miteinander verbunden zu sein. Wie wenn wir uns schon lange kennen würden. Jemand, der weiss, wie wir ticken und was wir brauchen – wie, wenn wir nach langer Trennung wieder zueinander finden würden. Um uns ohne Vorbehalte und ohne trennenden Egoismus aufeinander einzulassen.

Der Neuanfang

Auf diese Weise lässt sich ein Neuanfang starten. Indem noch keine eingefleischten Gewohn­heiten ihre Furchen hinterlassen haben und man sich zusammen neu erfinden kann. Dabei gilt es allerdings wachsam zu sein, damit der Funke der kreativen Begeisterung nicht infolge von Nachlässigkeit erlischt. Schliesslich geht es darum, dass zwei Menschen mit ihren Träumen zusammenkommen, und zwar nicht einfach, um den Traum des einen zu verwirklichen, sondern um einem gemeinsamen Traum Gestalt zu verleihen. Dabei helfen Vorschusslorbeeren nicht weiter. Damit das gemeinsame Abenteuer gelingt, ist harte Arbeit erforderlich. Da mag sich mancher fragen, ob es nicht in einer schon länger bestehenden Beziehung möglich wäre – oder gewesen wäre – einen Neuanfang zu starten. Indem trennende Muster und Gewohn­heiten überwunden werden. Die Zeit eignet sich für solche Gedanken. So mögen wir uns die Frage stellen: Können wir uns nicht zusammen neu erfinden, statt wegzugehen in der Hoffnung, woanders die gewünschte Ergänzung zu finden? Es mag sich lohnen, es zu versuchen.