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Meisterwerk-Serie: Die holländische Mona Lisa

Die Verfilmung mit Scarlett Johansson machte das Gemälde zur Ikone. Wer die junge Schöne mit dem schmelzenden Blick ist, die Vermeer um 1667 malte, weiss man bis heute nicht.
Christina Genova
Der Liebreiz von Vermeers «Mädchen mit dem Perlenohrgehänge» bezaubert die Betrachter bis heute. (Bild: PD)

Der Liebreiz von Vermeers «Mädchen mit dem Perlenohrgehänge» bezaubert die Betrachter bis heute. (Bild: PD)

Das Mädchen ist eine Schönheit. Ihre Ausstrahlung, der sanfte Blick, der sich direkt dem Betrachter zuwendet, rührt bis heute an. Diese zeitlose Anmut ist ein Grund dafür, dass das «Mädchen mit dem Perlenohrgehänge» zu den beliebtesten und bekanntesten Gemälden ­ Jan Vermeers zählt. Das kleinformatige Werk, das auch als «holländische Mona Lisa» bezeichnet wird, befindet sich im Mauritshuis in Den Haag. Zwar sind in vielen von Vermeers Gemälden Frauen die Hauptfiguren.

Meist sind sie aber nicht in konventionellem Sinne hübsch, das «Mädchen mit dem Perlenohrgehänge» ist eine Ausnahme.

Das kleinformatige Werk, das auch als «holländische Mona Lisa» bezeichnet wird, befindet sich im Mauritshuis in Den Haag. Zwar sind in vielen von Vermeers Gemälden Frauen die Hauptfiguren. Meist sind sie aber nicht in konventionellem Sinne hübsch, das «Mädchen mit dem Perlenohrgehänge» ist eine Ausnahme.

Vermutlich eine der Töchter Vermeers

Wer die Abgebildete ist, weiss man nicht. Es wurde vermutet, eine von Vermeers fünf oder sechs Töchtern könnte Modell gestanden haben. Seine älteste Tochter Maria war 1667, als das Gemälde spätestens entstanden ist, aber erst ­ 13 Jahre alt. Man hat sich gar gefragt, ob der Name des Mädchens Margriet lautet, die holländische Form des lateinischen «Margarita», was Perle bedeutet. Dass die Identität der Porträtierten im Dunkeln bleibt, liegt im Bildtypus begründet. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Tronie. Solche Kopfstudien waren in der niederländischen und flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts weit verbreitet und dienten häufig der Vorbereitung von grösseren Kompositionen. Tronien wurden zwar nach einem lebenden Modell gemalt, dieses blieb aber anonym.

Typisch ist auch der neutrale und dunkle Bildhintergrund. Er lässt das Mädchen umso heller hervortreten.

Vermeer malte gerne Perlen, er wird auch «Maler der Perle» genannt. Meisterhaft gelingt es ihm, das Licht in einem Punkt zu sammeln. Er verleiht der Perle faszinierenden Glanz und Transparenz, indem er unter einem weissen Farbtupfer eine dünne hellgraue Schicht aufträgt. Die Perlen gehören zu den bevorzugten weiblichen Attributen des Künstlers: In sieben weiteren Gemälden schmückt er Frauen entweder mit Halsketten oder Ohrringen aus Perlen.

Sohn eines Gastwirts

Über Jan Vermeer, der 1632 als Sohn eines Gastwirts geboren wurde und mit 21 Jahren in Delft der Malergilde beitritt, ist nur wenig bekannt. Er handelt mit Gemälden und führt eine Weile ein Wirtshaus am Marktplatz der Stadt. Nur gut dreissig seiner Werke sind überliefert. Vermeers Bekanntheit geht zu seinen Lebzeiten über seine Heimatstadt und einen engen Kreis von Auftraggebern kaum hinaus; sein Name gerät nach seinem Tod fast in Vergessenheit. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wird er wiederentdeckt. Bald darauf wird das «Mädchen mit dem Perlenohrgehänge» als sein Meisterwerk bekannt. Der Film zum Gemälde mit Scarlett Johansson machte es endgültig zur Ikone.

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