Heitere Erotik

Kunstbuch Seine Madonna-Bilder, diese frontalen, das Gegenüber in ihren Bann schlagenden Frauen-Brustbilder, begründen den internationalen Ruf von Hans Schärer (1927–1997) und sind verschiedentlich zu sehen gewesen; in St.

Drucken

Kunstbuch

Seine Madonna-Bilder, diese frontalen, das Gegenüber in ihren Bann schlagenden Frauen-Brustbilder, begründen den internationalen Ruf von Hans Schärer (1927–1997) und sind verschiedentlich zu sehen gewesen; in St. Gallen zum Beispiel im Museum im Lagerhaus, zurzeit beherrscht eine Schärer-Madonna die von Jules Spinatsch arrangierte Sammlungsausstellung im Kunsthaus Zug. Mit Leib und Seele, von hinten und von vorn bohren sich einem diese Frauen in die Erinnerung, archaisch und erbarmungslos, die steinigen Zähne fletschend. Was geht in ihnen vor, mag man sich bisweilen gefragt haben. Jetzt kommt die Antwort.

Weniger oder gar nicht bekannt waren nämlich bis anhin Schärers Arbeiten auf Papier, Aquarelle mit erotischen Motiven, die kürzlich in Buch- und als Mappenwerk eine angemessene Form der Veröffentlichung erfahren haben. Frech, anzüglich und mit unmissverständlicher Heiterkeit vergnügen sich die Frauen, wo immer es geht. Und es geht immer. Wo kein Mann zur Hand ist, wimmelt es von Dildos. Oder grossen Obelisken, an denen sich die Weiber entlangräkeln. Die Männer sind zu Erfüllern der Lust geschrumpft und stellen ihre wichtigtuerische Geilheit in den matriarchalischen Dienst. Nicht nur den lachenden Prachtsfrauen mit Katzenaugen und Nuggi als Nippeln behagt der selbstbewusst gelebte Eros; auch den Männern scheint die Umverteilung Vergnügen zu bereiten.

Das kostbar mit Stoffeinband gestaltete Buch zeigt eine zünftige Auswahl an Aquarellen. Ein persönlicher Text von Jean-Christophe Ammann benennt und ordnet das Geschehen, eine Sequenz aus dem Roman «Das tägliche Nichts» der kubanischen Schriftstellerin Zoé Valdés, ergänzt die phantastisch-erotischen Visionen. (ubs)

Gespenster im Leib, Hans Schärers erotische Welt, hg. Von Marion Schärer, Edizioni Periferia, Poschiavo/Luzern 2008, Fr. 69.–; Hund und Sühne, Mappenwerk mit sieben Blättern, Fr. 900.–

Workshop

Handygebrauch

Happy Slapping, herumgereichte Pornobilder, Handyverbot an Schulen – diese Schlagzeilen machen das Mobiltelefon zum Thema. Eltern sorgen sich um ihre Sprösslinge und Schulen diskutieren über Handyregeln und Gewaltprävention. Hier setzt das Projekt «Handyprofis» der Pro Juventute an. Mit Workshops in Schulen sollen Kinder und Jugendliche zwischen zehn und achtzehn Jahren sowie auch Eltern in die relevanten Themen rund um das Handy eingeführt werden. Das Ziel von «Pro Juventute Handyprofis» ist der kritische und kreative Umgang mit dem Handy. In eintägigen Workshops lernen Schülerinnen und Schüler, was juristisch und moralisch verboten und was erlaubt ist. Geleitet werden die Workshops von Medienpädagoginnen und Medienpädagogen. Sie bringen Themen wie handyspezifische Formen von Gewalt (Happy Slapping oder Mobbing) ebenso zur Sprache wie finanzielle Aspekte (Umgang mit Taschengeld) oder die Abhängigkeit vom Handy. Am Beispiel gemeinsam produzierter Kurzfilme oder einer Handyfotogeschichte lernen Kinder und Jugendliche, wie man das Handy auch konstruktiv nutzen kann. (Y.S.)

Anmeldung, Offerte und Infos: www.pro-juventute.ch