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Hairstyling mit Brennnesselauszug

Der Natur-Coiffeur Wolfgang Kindle aus Räfis bei Buchs schneidet ganzheitlich. Deshalb spült er die Haare seiner Kunden nur von hinten nach vorne.
Michael Hug
Ein ganzheitlicher Coiffeur, kein Alchimist: Wolfgang Kindle. (Bild: Michael Hug)

Ein ganzheitlicher Coiffeur, kein Alchimist: Wolfgang Kindle. (Bild: Michael Hug)

Lavaerde, Wachholderöl, Brennnesselauszug – was haben diese Substanzen auf dem Kopf verloren? «Sehr viel!», sagt Naturcoiffeur Wolfgang Kindle. «Pulverisierte Lavaerde ist der Grundstoff für natürliche Schampoos. Wachholderöl pflegt die Haare, Brennnesselextrakt als Kopfhautwasser pflegt die Haut, wirkt entzündungshemmend und anregend!»

Als Kunde auf dem Friseurstuhl in Kindles Salon in Räfis bei Buchs fühlt man sich wie bei einem Naturarztbesuch. Dies wirkt gegen das, ist gut für jenes und verträgt sich gar nicht mit dem anderen und überhaupt: Haare schneiden, waschen und legen ist für Kindle eine Philosophie und Wissenschaft für sich.

Ganzheitliche Haarpflege

Nach Jahren konventionellen Haarschneidens als Geschäftsinhaber und Schulungsleiter für Fachkurse hat Kindle mit der Eröffnung seines Natur-Coiffeur-Salons auf ganzheitliche Haarpflege umgestellt. Haare schneidet er nun nur noch mit dem Haarmesser statt mit der Schere, zum Waschen verwendet er auf den Haartyp abgestimmte Schampoos, und die Haare seiner Klientel spült Meister Kindle von hinten nach vorne. «Ist gesünder». Der extra dafür angefertigte kupferne Zuber ist bereits zum Erkennungsmerkmal seines Salons geworden. Auch wenn der Zuber und das Haarewaschen darin einen archaischen Eindruck machen – das Wasser aus der Original-Handwasserpumpe strömt nicht aus einer kalten Quelle, sondern aus einem wohltemperierten Boiler. «Die Erfindung des Haarspülbeckens ist ein Diktat der Bequemlichkeit gewesen. So wie vieles im Coiffeurhandwerk von aussen diktiert wurde.» Wie man Haare schneidet, pflegt oder färbt, werde heute durch die Pflegeprodukteindustrie bestimmt, meint Kindle, und nur noch ein Chemiker kann entschlüsseln, was in diesen Produkten drin ist: «Das Handwerk und altes Wissen bleibt auf der Strecke. Dabei kann man alles auf und am Kopf auch auf natürliche Weise machen!»

Vertrauen statt Spiegel

Was der 45jährige Coiffeur auf dem Kopf macht – darin muss der Kunde Vertrauen haben, einen Spiegel gibt es bei Kindle nämlich nicht – eine Kontrolle unmöglich. Beim Rasieren wetzt der Fachmann die Messer: «Natürliche Seife, kalte und warme Kompressen, Dachshaarpinsel und selbstverständlich ein scharfes Messer sind die richtigen Werkzeuge für die natürliche Rasur!»

Zum Schluss der Behandlung gibt es eine fachmännische Kopfmassage mit Brennnesseltinktur – auf dass es im Hirn wieder besser – und hoffentlich auch ganzheitlicher – denkt.

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