Hände hoch!

Sprachen entdecken Mit Gebärden kannst Du Dich handfest verständlich machen. Lust darauf weckt ein witziges Wörterbuch.

Bettina Kugler
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Ohne Gurt einfacher: Mit den Händen reden für unterwegs. (Bild: Klett Kinderbuch Verlag)

Ohne Gurt einfacher: Mit den Händen reden für unterwegs. (Bild: Klett Kinderbuch Verlag)

Klar, Frühenglisch kann nützlich sein und Spass machen. Zu tanzen beginnen die Wörter aber hier: in der Luft, und das mucksmäuschenstill. Die Rede ist von der Gebärdensprache, mit der sich Gehörlose untereinander verständigen – und zwar von Land zu Land unterschiedlich, Dialekte inbegriffen. In der Schweiz sind es rund 10 000 Menschen, darunter viele Kinder; vielleicht auch an Deiner Schule? Hand in Hand die Welt zu begreifen, das wäre die grosse Herausforderung. Und eine Riesengaudi ausserdem.

Das Abc findest Du im Internet, beim «Verein zur Förderung der Gebärdensprache bei Kindern» (unter www.gebaerden-sprache. ch). Doch das ist nur der Anfang. Richtig lustig wird es von Angesicht zu Angesicht. Mehr als 1700 Wörter aus dem Alltag hat der Berliner Gebärdensprachlehrer Andreas Costrau ausgewählt – von den Haar- bis zu den Zehenspitzen, für alles, was Kinder bewegt: zu Hause, in Wald und Flur, im Weltraum, in der Schule, unter Freunden, unterwegs… Wer also Hände hat: Hoch damit und Schwung geholt! Wie das bei einem Profi aussieht, kannst Du Dir auf der Internetseite von Andreas Costrau anschauen: Vorlage der Zeichnungen im Buch sind nämlich Podcast-Filme mit den exakten Bewegungen von Händen, Armen, unterstützt durch Mundbewegungen, Gesichts- und Körperausdruck. Klingt kompliziert? Ach wo, es ist zum Totlachen und Sofort-Nachmachen. Lautlos und unmissverständlich. Zum Beispiel: Knautschgesicht, rechte Hand flach über die rechte Wange und leicht in Matratzenlage geneigt – das heisst: «Verschlafen haben» und ist unser absoluter Stimmungsaufheller beim Schreiben dieses Textes. Mach's nochmal, lieber Mann! (Wer weiterlesen will: www.handshop.ch.)

Wenn dann der Muskelkater richtig schlimm wird, empfehlen wir zur Erholung einen Abstecher ins Reich der Tiere. Denn seltsam: Obwohl wir ihre Sprache weder verstehen noch sprechen können (und umgekehrt), klappt die Verständigung mit der geliebten Katze, dem treuen Familienhund oft besser als unter Menschen. Warum ist das so? Wie «unterhalten» sich Hunde, Wölfe, Affen? Was fasziniert uns so an ihnen, dass wir am liebsten in ihr weiches Fell schlüpfen würden? Dazu hat der Biologe Georg Rüschemeyer ein spannendes Sachlesebuch geschrieben. Tierisch gut.

Hand in Hand die Welt begreifen. Ein Bildwörterbuch der Gebärdensprache. Ab 7. Klett Kinderbuch, Fr. 32.90. – Georg Rüschemeyer: Menschen und andere Tiere. Ab 9. Fischer Schatzinsel, Fr. 30.50.

Bild: Bettina Kugler

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