Haaaaaaaatschi!

Jetzt steigt die Gefahr, dass man sich erkältet. Das hat aber nichts mit der Kälte zu tun. Die Menschen drängen sich dicht an dicht in Verkehrsmitteln und Büros. So haben Viren ein leichtes Spiel.

Illustration: Martina Regli, Text: Melissa Müller
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200 Viren Über 200 Arten von Viren lösen Erkältungen aus. Die häufigsten sind die Rhinoviren (griech. rhino = Nase). Durch Mutationen verändern sie sich laufend. Eine Impfung gegen Erkältungen gibt es daher nicht.

Fliegende Tröpfchen Beim Niesen schleudert die erkrankte Person feine Tröpfchen hinaus, in denen Erkältungsviren stecken. Sie fliegen bis zu 40 Meter weit. Die kleineren Tröpfchen mischen sich mit der Luft zu einem Aerosol, das Aussenstehende einatmen können. Die grösseren sinken nach unten und setzen sich irgendwo fest, etwa auf der Computertastatur.

Sie lauern überall Die Viren warten auf der Türklinke und auf den Haltegriffen im Bus auf ihr nächstes Opfer. Sie können auch auf Geldscheinen mehrere Wochen überleben. In der kälteren Jahreszeit droht die Ansteckungsgefahr überall dort, wo viele Menschen sind. Grossraumbüros und Konzerte sind ideale Tummelplätze für Viren. Wichtig: Gut lüften.

Hand im Gesicht Mindestens zehn Mal am Tag fasst man sich an die Nase oder reibt in den Augen. So setzen sich Rhinoviren auf den Schleimhäuten ab, nisten sich in den Zellen der Atemwege ein und vermehren sich millionenfach.

Trockene Nase Breitete man die Schleimhaut der Atemwege flach aus, ergäbe sich eine Fläche von über 80 Quadratmetern. Das entspricht einer 3-Zimmer-Wohung.
Die Nasenschleimhaut ist eine wichtige Barriere gegen Erreger von Atemwegserkrankungen. Bel kühleren Temperaturen werden die Schleimhäute weniger gut durchblutet. Sie sind trockener, was sie angreifbarer macht für Erkältungsviren.

Transportmittel Schleim Wenn sich die Viren über die Schleimhäute hermachen, schwillt das Gewebe an. Eine Vielzahl von Drüsen produziert Schleim. Die Nase läuft. Eine raffinierte Abwehrreaktion: Der Schleim transportiert die Viren nach draussen.
Werden bestimmte Nerven in der Nase gereizt, löst der Hirnstamm einen Niesreflex aus.

Ein Berg Nastücher Rund sieben Tage dauert eine Erkältung. Meistens geht es mit einem Frösteln los – das nicht von der Kälte kommt, sondern daran liegt, dass der Körper auf einen Virus reagiert.
Insgesamt verbringt der Mensch etwa drei Jahre seines Lebens hustend, schnäuzend und niesend. Gesundheit! Hat der Körper einen Virus erfolgreich besiegt, kann der ihm nichts mehr anhaben. Darum erkranken Erwachsene seltener an Erkältungen als kleine Kinder.

Küssen erlaubt Auch wenn man erkältet ist, darf man küssen – und auch aus dem gleichen Teller essen wie jemand anderes. Nicht die Spucke ist infektiös, sondern die Sekrete der Atemwege. Erkältungs- und auch Grippeviren bevorzugen die Nase als Lebensraum.
Nebenbei, Küssen stärkt das ­Immunsystem und ist somit eine prima Erkältungsprävention. Der Puls geht schneller, das Blut ­zirkuliert, der Stoffwechsel kommt in Schwung. Ganz zu schweigen von den Glückshormonen, die da ausgeschüttet werden.

Frische Luft Nikotin und Alkohol sind Gift für das Immunsystem. Ebenso wie chronischer Stress. Das Stresshormon Cortisol beeinträchtigt die Arbeit des Immunsystems.
Hände regelmässig waschen, ist eine wirksame Prävention. Saunagänger sind seltener erkältet. Ausreichend Schlaf, Entspannung sowie eine abwechslungsreiche Ernährung und Bewegung an der frischer Luft fördern die Abwehrkräfte.