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Der grösste Schneemann ist eine Schneefrau

Reichlich vorhandener Schnee reizt nicht nur Kinder, wieder mal einen Schneemann zu bauen. Zum kugelrunden Vergnügen ein paar erstaunliche Rekorde – und nächsten Freitag ist «Welttag des Schneemanns».
Christian Satorius
Gut 37 Meter hoch ist die grösste Schneefrau. (Bild: Getty, Bethel/Maine 2008)

Gut 37 Meter hoch ist die grösste Schneefrau. (Bild: Getty, Bethel/Maine 2008)

Grösster Schneemann:

Mit seinen 34 Metern und 62 Zentimetern schaffte es «Angus, der König des Berges» als grösster Schneemann der Welt ins Guiness-Buch der Rekorde. Im Februar 1999 wurde er im kleinen Städtchen Bethel im US-Bundesstaat Maine aus 5500 Kubikmetern Schnee gebaut. Allein die Augen hatten einen Durchmesser von je eineinhalb Metern, der Mund bestand aus sechs alten Autoreifen. Klar, dass man bei der Grösse auf die traditionelle Bauart verzichten musste und den Schnee lediglich aufgetürmt hat. «Angus» hält bis heute den Rekord unter den Schneemännern.

Noch grösser ist freilich eine Schneefrau: 2008 entstand sie – wiederum in Bethel – in einer Grösse von stolzen 37,21 Metern (Bild).

Für ihre Wimpern wurden acht Paar Skis verwendet.

Die Knöpfe ihres Mantels bildeten drei LKW-Reifen. Endlich also ein Gendermässiger Ausgleich in der Schneemenschen-Welt, die lange ein ausschliesslich männlich besetztes Feld war. Zum Hauptgrund meint Schneemannsammler Cornelius Grätz in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung»: «Als man angefangen hat, Schneemänner zu bauen, war es wahrscheinlich einfacher, sie mit männlichen Attributen wie Zylinder oder Pfeife zu versehen. Es hätte der Moralvorstellung auch nicht entsprochen, einen Busen zu bauen.»

Kleinster Schneemann:

Am National Physical Laboratory in London (NPL) ist es 2009 gelungen, den bis dahin kleinsten Schneemann der Welt zu bauen. Mittels Nanotechnologie fügte David Cox zwei winzige Kugeln aus Zinn zusammen und schuf so einen Schneemann mit einem Durchmesser von gerade einmal 0,01 Millimetern Durchmesser. Ein menschliches Haar ist etwa fünfmal so dick. Augen und Mund fräste der Brite dem Nanoschneemann kurzerhand mit einem Ionenlaser ins Gesicht. Die Gesamthöhe betrug gerade einmal 30 Mikrometer. Doch das war einmal. Seit 2016 gibt es einen Schneemann, der noch sehr viel kleiner ist, nämlich gerade einmal 3 Mikrometer gross. Gebaut hat ihn Todd Simpson von der Western University in Ontario, Kanada, ebenfalls mit Hilfe von Nanotechologie.

Langlebiger Schneemann:

Am 31. Januar 2003 entstand vor der Technischen Fachhochschule in Berlin ein Schneemann, der noch gleichentags im Foyer des Gebäudes in einen Gefrierschrank eingelagert wurde. Ein Jahr lang deckten vierzehn Solarmodule den Energiebedarf, um die Innentemperatur auf konstant minus 5°C zu halten. Am 31. Januar 2004 erlebte der Schneemann seinen ersten Geburtstag. Zwei Tage später wurde er dort wieder ausgesetzt, wo er entstanden war: Vor der Tür der TFH Berlin. Das Ganze nannte sich «Schnee von gestern» und war eine Aktion des Künstlers Jörg Jozwiak.

Ältester Schneemann:

Den ältesten Schneemann der Welt will Bob Eckstein in der Königlichen Bibliothek von Den Haag entdeckt haben. In einem alten Stundenbuch aus dem Jahre 1380 ist dem New Yorker Cartoonisten unter anderem eine Zeichnung aufgefallen, die seiner Meinung nach nur einen schmelzenden Schneemann darstellen kann. Ecksteins Interpretation ist allerdings umstritten. Andere Forscher gehen davon aus, dass Schneemänner im Mittelalter unbekannt waren.

Schneemannsammlung:

Die grösste Schneemannsammlung der Welt hatte bis vor kurzem der bereits ­erwähnte Cornelius Grätz (48) aus Reutlingen (www.schneemannsammlung.de). Gute 30 Jahre lang sammelte der gelernte Buchhändler Schneemänner aus allen möglichen Materialien (nur nicht aus Schnee) und kam so auf über 4000 Exponate. Sein Lieblingsstück ist ein kleiner, gut gelaunter Schneemann mit schwarzem Zylinder und rotem Schal, der eine Kerze in der Hand hält. Grätz ist es auch, der den «Welttag des Schneemanns» ins Leben gerufen hat (siehe Kasten). Vom Sammler-Rekordtreppchen wurde er allerdings inzwischen von der US-Amerikanerin Karen Schmidt gestossen, die offenbar über 5000 Schneemänner beisammen hat.

Viele Schneemänner:

In dem kleinen japanischen Dorf Shiramine und dem Nachbarort Kuwajima in Ishikawa feiert man jedes Jahr im Februar das sogenannte «Schneemannfest» («yukidaruma matsuri»), bei dem alle Bewohner angehalten sind, mitzumachen. Rund 3000 Schneemänner, -frauen und -kinder kommen auf diese Art und Weise in jedem Jahr zusammen.

Gefährlicher Schneemann:

Eine Schneekugel von etwa 60 Zentimetern Durchmesser rollte im Januar 2014 über den Osthang des Grossen Arbers im Landkreis Regen in Bayern ab und traf nach 150 Metern eine 13-jährige Schülerin an der Schulter, die daraufhin ins ­Spital eingeliefert werden musste. Abhanden gekommen war die Schneekugel mit einem Kern aus vereistem Altschnee drei Schulkameraden des Mädchens, die angaben, sie hätten oben einen Schneemann bauen wollen.

Schneemanntypen:

Während in Europa ein Schneemann meistens aus drei Kugeln besteht («Beine», Oberkörper, Kopf), bevorzugt man in den USA die Variante mit nur zwei ­Kugeln. Laut Cornelius Grätz wurde bis etwa 1850 der Schneemann noch als bedrohliche Figur dargestellt, der den Kindern Angst einflösste, zumal der Winter generell eine gefürchtete Jahreszeit war. Erst danach wurde der Schneemann zum rundum freundlichen Wesen, wie wir ihn heute kennen.

Bester Schneemannschnee:

Damit der Schnee vernünftig zusammenhält, muss er eine bestimmte Feuchtigkeit haben, und die wiederum hängt eng mit der Temperatur zusammen. Den idealen Schneemannschnee erkennt man schon, bevor er überhaupt zu Boden fällt. Um die 0 Grad Celsius herum und nur wenige Grade darunter ­fallen die typischen flauschigen, relativ grossen und relativ feuchten Schneeflocken zu Boden, die sich besonders gut zum Schneemannbauen eignen. Je kälter es wird, desto kleiner und trockener werden die Schneeflocken. Damit lässt sich kein Schneemann bauen, ebenso wenig mit «Schneestaub», wie er oft in Polargebieten anzutreffen ist.

Sonne schadet dem fertigen Schneemann übrigens nicht so sehr wie warme Luft oder gar Regen. Die meisten Sonnenstrahlen werden durch die weisse Farbe nämlich wieder reflektiert, ohne dem Schneemann etwas anhaben zu können, wohingegen er sich einem warmen Regenschauer oder gar dem nahenden Frühling mit seinen milden Temperaturen schlecht erwehren kann. (Mitarbeit: hag)

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