Gratis ist nicht immer billig

Bargeldloses Bezahlen ist dank Gratiskreditkarten kostenlos geworden. Doch nur innerhalb der Schweiz und nur für einen bestimmten Zweck.

Yvonne von Hunnius
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Heute hat fast jede(r) mindestens eine Kreditkarte im Portemonnaie. (Bild: ky/Martin Rütschi)

Heute hat fast jede(r) mindestens eine Kreditkarte im Portemonnaie. (Bild: ky/Martin Rütschi)

Wer ein SBB-Halbtax-Abo besitzt, erhält automatisch das Angebot einer kostenlos integrierten Kreditkarte von Visa, wodurch der Halbtax-Preis um 25 Franken reduziert wird. Tönt verlockend, oder? Doch Kreditkartenexperte Lorand Frank des Internet-Vergleichsdienstes Checkcheck.ch rät, sich über das eigene Profil Gedanken zu machen: «Nicht in jedem Falle kommt eine Gratiskreditkarte den Kunden kostenlos. Jeder sollte sich darüber im klaren sein, dass er für Transaktionen im Ausland mehr bezahlt.»

Zurzeit können wir zwischen drei Kreditkarten auswählen, bei denen die Grundgebühren und Kosten für inländische Kauftransaktionen entfallen: M…MasterCard M-Budget, Coop Master- oder Visa-Card Supercard und die Jelmoli/SBB Visa Bonus Card. Der Leistungsumfang der Gratiskarten ist abgespeckt, doch die Zahlungsfunktion völlig identisch mit der aller anderen Karten. «Wie bei jeder <richtigen Kreditkarte> ist es möglich, die Zahlung in Raten durchzuführen. Im Mittel liegen die Zinsen hier bei 15 Prozent.

Bei den Coop-Karten sind es 9,9 Prozent – das beste Angebot», sagt Lorand Frank. Teuer zu stehen kommt der Bargeldbezug am Automaten oder Schalter im In- und Ausland. Bei Coop-Angeboten werden beispielsweise 3,75 Prozent der abgehobenen Summe verlangt. Auch die Auslandsgebühren sind hoch: Bei der Coop Supercard liegen sie bei 1,5 Prozent, bei der M…MasterCard bei 2 Prozent.

Die Cornèrcard MasterCard Miles & More Classic bietet eine Auslandsgebühr von 0,9 Prozent und will bei Bargeldbezug nur 2,5 Prozent. Vielflieger können noch besondere Angebote nutzen und Meilen sammeln. Selbst der Betreiber der Coop Supercard, Swisscard, gibt zu, dass sich die Gratiskarten nur für bestimmte Profile lohnen.

Swisscard-Pressesprecher Urs Knapp: «Als Einsteiger-, Zweitkarte oder wenn wirklich nur eine Zahlungsmöglichkeit fürs Inland gesucht wird, ist das Angebot perfekt.» Muriel Übelhart, Geschäftsführerin des Konsumentenforums, empfiehlt, die AGB jeder Kreditkarte gründlich zu lesen und den Überblick zu behalten: «Wenn man das passende Angebot gefunden hat, reicht prinzipiell eine Kreditkarte. Sonst verliert man leicht das Gesamtbudget aus dem Auge.

» Denn Art und Weise und Zeitpunkt der Abrechnung sind unterschiedlich. Nach angelsächsischem Modell ist häufig kein Konto mehr nötig, und der Kunde erhält etwa eine Rechnung. Und immer weniger Karten werden über die Hausbank vergeben.

Überblick: www.checkcheck.ch www.comparis.ch