Glücklich im Unruhestand

Heinz Krucker hatte schon früh vor, mit sechzig in Rente zu gehen. Nicht weil ihm sein Beruf als Leiter Direktion bei einem Detailhandelskonzern nicht zugesagt hätte – er wollte bloss früher raus aus dem Korsett des hektischen Berufsalltages und sich Freiräume schaffen.

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Heinz Krucker hatte schon früh vor, mit sechzig in Rente zu gehen. Nicht weil ihm sein Beruf als Leiter Direktion bei einem Detailhandelskonzern nicht zugesagt hätte – er wollte bloss früher raus aus dem Korsett des hektischen Berufsalltages und sich Freiräume schaffen. Dank der guten Konditionen, welche ihm sein Arbeitgeber bot, stieg der ehemalige Kadermann aus Uster nach sorgfältigem Abwägen auch in Absprache mit seiner Frau bereits im Alter von achtundfünfzig aus dem Berufsleben aus. Mittlerweile ist Heinz Krucker sechzig. Er habe die Frühpensionierung noch keine Sekunde bereut – weil er sich die Freiräume tatsächlich schaffen konnte und fit in einem entspannten Unruhestand lebt.

Heinz Krucker berät nun verschiedene kulturelle Organisationen. Ausserdem engagiert er sich ehrenamtlich bei Innovage, einem Netzwerk von qualifizierten älteren Menschen, die ihr Erfahrungswissen zur Verfügung stellen. Er habe dabei viel lernen können. Er sei aktiv, aber selbstbestimmt. «Jetzt kann ich auch mal in Ruhe ein Buch lesen.» Was ihm geholfen hat, rasch in sein neues Leben zu finden, ist eine gute Planung und Disziplin. Von einer Frühpensionierung für (fast) alle mit 62 ohne Renteneinbusse hält er nichts. Dieser Ansatz sei zu pauschal. Selbstverständlich sollten Menschen, die körperlich hart gearbeitet haben, frühzeitig in Rente gehen können. Aber das sei nicht Sache des Staates, sondern zwischen Arbeitnehmern und ihrem Unternehmen zu regeln. Er postuliert aus liberaler Sicht, dass jeder sein Leben selber gestalten soll und stellt angesichts der demographischen Entwicklung die Finanzierung einer pauschalen Frühpensionierung in Frage. (fa)

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