GLOSSAR

Abc der Schrift Antiqua So werden Schriften genannt, welche Grossbuchstaben nach der römischen «Capitalis» mit Kleinbuchstaben nach der karolingischen, «humanistischen» Minuskel kombinieren.

Merken
Drucken
Teilen

Abc der Schrift

Antiqua So werden Schriften genannt, welche Grossbuchstaben nach der römischen «Capitalis» mit Kleinbuchstaben nach der karolingischen, «humanistischen» Minuskel kombinieren. Die Antiqua wurde im Italien der Renaissance entwickelt und setzte sich in Europa in diversen Varianten (Bembo, Garamond, Bodoni etc.) als gebräuchlichste Schrift durch. Sie hat Serifen und unterscheidet sich damit von den Grotesk-Schriften (siehe unten).

Fraktur Die Fraktur ist eine Schriftart aus der Gruppe der gebrochenen (oder «gotischen») Schriften – jener Schriften also, die mit Feder geschriebene Handschriften zum Vorbild haben. Sie war von Mitte des 16. bis Anfang des 20. Jahrhunderts die meistbenutzte Druckschrift im deutschsprachigen Raum. Im Nationalsozialismus erlebte die Fraktur zunächst eine Renaissance, da sie als «deutsche Schrift» galt.

Grotesk Im Gegensatz zur Antiqua (siehe oben) sind die Grotesk-Schriften serifenlos. Sie entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem Bedürfnis nach gut leserlichen Werbeschriften im Zug der Industrialisierung. Ihren Namen erhielten sie dadurch, dass die ersten Schriften dieses Typs als «groteske», also sonderbare, aber reizvolle Entstellung angesehen wurden, weil das Weglassen der Serifen der Gewohnheit widersprach. Grotesk-Schriften weisen einfach geformte, auf Bildschirmen gut darstellbare Buchstaben auf – wie die hier verwendete Schrift.

Kursiv Als kursiv (von lateinisch «currere», laufen, rennen) wird in der deutschen Typographie die Schrägschrift bezeichnet. Im englischen Sprachraum und daher in vielen Computeranwendungen lautet die Bezeichnung «italic», im Französischen «italique», da sie in Italien um 1500 entstanden ist. Üblicherweise ist sie nach rechts geneigt, was mit ihrer Ableitung aus der schnellen Schreib-Handschrift zusammenhängt.