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Kolumne

Glauben Sie doch, was Sie wollen

«Nein, ich habe recht, du hast unrecht, ich muss dich überzeugen» - auf diese Weise wird das nie etwas mit dem friedlichen Miteinander.
Claudia Lässer
Claudia Lässer, Programmleiterin Teleclub

Claudia Lässer, Programmleiterin Teleclub

Da sind sie wieder, die Tage, die nur aus Nächten zu bestehen scheinen – die Wintertage. Mit weissen Firnen in der Ferne und leuchtenden Strassen im Quartier. Die Zeit, in der wir noch mehr an unsere Liebsten denken sollen, als sonst und doch so viel um die Ohren haben, dass wir eigentlich am liebsten nur Ruhe und Frieden wollen.

Weihnachten ist da und es versammeln sich Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte um ein Fondue oder den Schinken im Teig. Eine christliche Tradition, die wir fortsetzen, und, so gut es geht, geniessen. Aber ist die religiöse Motivation tatsächlich der Hauptgrund für das grosse Fest?

Happy Holidays anstelle von Merry Christmas

Dass das Christliche an diesem Feiertag immer weiter in den Hintergrund rückt, merkt, wer die Wortwahl beim Feiertagsgruss auf globalem Parkett beobachtet. Merry Christmas wird immer mehr durch Happy Holidays verdrängt. Das ist politisch korrekter und schliesst Nichtchristen nicht aus. Alle, die zu dieser Zeit Ferien geniessen, sollen einfach eine schöne Zeit haben. Das ist kleinkariert und politisch überkorrekt, dachte ich mir erst. Aber jetzt finde ich das ganz okay. Mir ist bewusst, dass ich mich mit dem Thema Religion aufs Glatteis begebe, besonders einen Tag vor Weihnachten, wo wir diesbezüglich sensibilisierter sind.

Viele sehen in diesen Tagen auch gar keine religiöse Handlung mehr, sie sind einfach froh, ein paar freie Tage mit den Liebsten oder sich selbst zu verbringen.

Ist doch auch okay – und muss es überhaupt mehr sein?

Denn, und so verstehe ich die Lehre dessen, dem wir dieser Tage huldigen oder huldigen sollen: das Wichtigste ist nicht Lametta und Premiumlachs, sondern die Liebe zueinander. Ich denke, oder wünsche es zumindest, dass das bei allen Religionen so sei.

Die Lehre des Konflikts

Vielleicht sind die Religionen ja nicht wegen ihrer selbst hier auf dieser Welt. Sondern ihres Konfliktpotenzials wegen. Die Verschiedenartigkeit ist das Lehrstück, das wir Menschen meistern müssen, nicht die eine oder andere Lehre selbst. Es gilt nicht, die eine oder andere Religion zu begreifen, herauszufinden, ob die eine oder andere besser oder schlechter ist. Es gilt nicht zu urteilen, sondern zu erkennen, dass die Lehre des Konflikts ist, dass wir einander respektieren und nicht aufgrund anderer Ansichten diffamieren oder gar bekriegen sollen. Die Überlehre all dieser Lehren ist also, ein friedliches Miteinander zu erreichen. Das friedliche Miteinander wird oft durch Verbissenheit aufgehalten. Nein, ich habe recht, du hast unrecht, ich muss dich überzeugen. So wird das natürlich nie was.

Das Ego runterfahren

Wie wir Weihnachten in den Familien an einem Tisch sitzen, ist symbolisch für unsere Aufgabe als Menschen. Die Welt ist unser Tisch, und es muss für alle Platz haben. Ein kleiner Trick hilft dabei ungemein – das Ego runterfahren. Es will nämlich nur die ganze Zeit etwas und das stresst. Glücklich macht das Gegenteil – geben. Schauen Sie mal ein junges Mami an. Und das ist es, woran ich glaube und glauben will. Die Liebe. Die Wärme und der Wunsch zu geben. Wenn ich schon an etwas glauben soll, dann an die Liebe. Wäre doch für alle mal ein Versuch wert, oder? Und warum nicht jetzt damit beginnen, am Fest der Liebe?

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