Gibt es bald Burritos im «Aescher»?

Manuel Herzog hat einige Sommer im «Milchhüsli» auf Drei Weieren gearbeitet. Vor einem Jahr hat er den Burritoladen Esswerk eröffnet. Nun kursiert das Gerücht, er übernehme das Berggasthaus Aescher.

Livia Grob
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Zur Mittagszeit rollt Manuel Herzog einige Burritos für die Kunden.(Bilder: Michel Canonica)

Zur Mittagszeit rollt Manuel Herzog einige Burritos für die Kunden.(Bilder: Michel Canonica)

Mit schnellen Handgriffen füllt er Guacamole, Peperoni, Salat und Feta-Käse in ein mexikanisches Fladenbrot, gibt schwarze Bohnen, Reis und Fleisch dazu und rollt den Burrito gekonnt zusammen. Manuel Herzog steht mit einer Schürze hinter der Theke seines Burritoladens Esswerk in der Stadt St.Gallen und bedient charmant einen Kunden. Auf engem Raum drängen sich hungrige Studenten und warten auf ihr Mittagessen zum Mitnehmen.

Doodah, Pronto und «Milchhüsli»

Der 35-jährige Familienvater kommt vielen Stadtsanktgallern bekannt vor, mit Namen kennen ihn aber die wenigsten. Manuel Herzog ist im Riethüsli aufgewachsen und machte auch seine Lehre in der Stadt St.Gallen. Im Skaterladen Doodah liess er sich zum Detailhändler ausbilden. Danach organisierte er Partys in der Militärkantine, hörte damit aber schnell wieder auf. «Das war eine oberflächliche Scheinwelt», sagt Herzog. Das sei nichts für ihn gewesen. Später arbeitete er eine Zeit lang in der Reinigungsfirma Pronto, dem Familienbetrieb. Als es auch da zu Ende ging, nahm er sich vor, einen entspannten Sommer zu geniessen. Wohnhaft in St.Georgen verbringt er seine Zeit häufig auf Drei Weieren. «Da hat mich auch die damalige Geschäftsführerin angehauen», sagt er. Damals, vor sechs Jahren, habe sie ihm einen Job im «Milchhüsli» angeboten, den er dankend angenommen habe. Seither verkauft er im Sommer im Badekiosk in St.Georgen Pommes und Glace. «Dieses Jahr war ich nur noch im Hintergrund tätig», sagt Herzog. Er pflegt die Social-Media-Präsenz des «Milchhüsli» und postet Bilder auf Instagram und Facebook. Denn seit der Eröffnung des «Esswerks» vor gut eineinhalb Jahren am Oberen Graben in St.Gallen ist die Zeit für anderes knapper geworden. «Glücklicherweise habe ich ein verständnisvolles Umfeld», sagt Herzog.

Einen Burrito kompakt einzurollen, erfordert viel Übung.

Einen Burrito kompakt einzurollen, erfordert viel Übung.

Das Konzept ist simpel

Wie er als gelernter Detailhändler und ehemaliger Sozialarbeiter in der Gastronomie gelandet ist, kann er sich auch nicht genau erklären. Er tue es, weil er es gerne mache, sagt Herzog. Gelernt habe er alles in seinem vorherigen Job als rechte Hand der Geschäftsleitung des Restaurants Bamboo in St.Gallen. Den Wunsch nach einem eigenen Lokal hegte Herzog schon lange. Für das «Esswerk» war er von Beginn an Feuer und Flamme. «Ich habe immer an die Idee und die Umsetzung geglaubt», sagt er. Das Konzept stammt aus den USA und ist einfach und schnell: Der Kunde wählt zwischen Weizen-, Tomaten- oder Vollkornfladenbrot aus. Um den Burrito zu füllen, stehen ihm verschiedenste frische Zutaten wie Salat, Mais, Zwiebeln, Jalapeños, Guacamole, Tomaten, Käse und Peperoni zur Auswahl. Weiter kann er zwischen Reis, Quinoa, schwarzen Bohnen und Grillgemüse wählen. Je nach Belieben kann noch Fleisch oder Tofu hinzugefügt und das Ganze mit einer Sauce verfeinert werden. Schliesslich wird das gefüllte Fladenbrot mit geübten Handgriffen zu einem kompakten Burrito zusammengerollt und kurz erwärmt. «Die Abwechslung macht das «Esswerk» spannend», sagt Herzog. Durch die grosse Auswahl an verschiedenen Zutaten isst man nie den gleichen Burrito. Für ein noch breiteres Angebot bieten sie zusätzlich auch Burrito Bowls an, eine Variante ohne Fladenbrot, dafür in einer Schüssel.

Bald Burritos in den Bergen?

Nachdem sich die Familie Knechtle als Wirtepaar aus dem «Aescher» verabschiedet hatte, machten bald Gerüchte um deren Nachfolge die Runde. So sagte man auch, Manuel Herzog liebäugle mit dem beliebten Bergrestaurant. «Wenn der Lärm und die Hektik der Stadt wieder zu viel werden, erscheint die Vorstellung des kleinen Bergrestaurants durchaus verlockend», sagt Manuel Herzog. Allerdings sei das ein romantischer Wunschtraum und kein wirkliches Ziel. Er habe es kurz in Erwägung gezogen. Befreundete Gastronomen hätten ihm aber davon abgeraten. Denn aus irgendeinem Grund hätten die Knechtles den «Aescher» aufgegeben. «Ausserdem möchte ich genügend Zeit mit meiner Familie verbringen können», sagt Herzog. Für die Zukunft könnte er sich zwar vorstellen, vielleicht eines Tages das Restaurant zu leiten – nicht aber heute oder morgen. Im Bergrestaurant Aescher ist daher bis auf Weiteres nicht mit einem «Burrito de los Alpes» zu rechnen.