Gesundheit
Vorsicht beim Schneeschaufeln: Warum die Kälte lebensgefährlich sein kann

Eine laufende Nase, ein Kratzen im Hals – wer kennt diese Beschwerden nicht bei eisigen Temperaturen? Doch wie Arzt Alphons Kappeler vom Kantonsspital in Baden erklärt, birgt die Kälte für manchen auch ein weitaus grösseres Risiko.

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Die beissende Kälte sorgt nicht nur für Glatteis und laufende Nasen, sie birgt auch konkrete Gefahren für unsere Gesundheit, wie Alphons Kappeler, Allgemeinmediziner am Kantonsspital in Baden weiss.

In der Sendung Fokus von TeleM1 erklärt Kappeler, dass bei diesem Wetter die Anzahl an Patienten mit Grippe oder anderen Erkältungskrankheiten steigt. Halsweh, Schluckbeschwerden und Bronchitis – auf diese Weise mache sich die Kälte oft im Körper bemerkbar. Doch das eisige Wetter stellt für manche Personen auch ein anderes Risiko dar.

Kein Schneeschaufeln für Herzkranke

Besonders problematisch seien die Temperaturen zum Beispiel für Leute mit Herzkrankheiten, Diabetes oder einer Lungenerkrankung. Wie Kappeler erläutert, steigt die Todesrate dieser Fälle daher bei der derzeitigen Wetterlage.

Besonders heikel sei es dabei, wenn Herzkranke bei grosser Kälte Schneeschaufeln. Laut dem Facharzt haben dies Studien gezeigt.

Die Gründe dafür: Der Körper braucht mehr Kalorien um sich warm und das Herzminutenvolumen aufrecht zu erhalten. Nur so bleiben alle Organe gut durchblutet. Gelingt dies dem Körper in der Kälte nicht, dann kommt es zu Störungen in der Zirkulation.

Kappeler führt weiter aus: «Das ist besonders heikel für Patienten, deren Herzgefässe bereits verengt sind. So werden diese noch enger – und wenn sie sich verschliessen, kann das zu einem Herzinfarkt oder einem plötzlichem Herztod führen.»

Insgesamt kommt es durch die eisigen Temperaturen zu mehr Herzrhythmus-Störungen, sagt Alphons Kappeler. Zum Beispiel beim Sport im Freien – denn viele Betroffene wüssten gar nicht, dass sie Probleme mit dem Herz haben.

Rausgehen, aber gut eingepackt

Trotz allem ist die Kälte aber kein Grund sich zuhause einzuschliessen. Das kann auch der Fachmann bestätigen: «Nach draussen gehen ist immer gesund – der Körper braucht Bewegung. Nur eben gut angezogen.»

Laut Kappeler ist es daher am Besten, sich zuhause gut anzukleiden und aufgewärmt in die Kälte zu gehen. Um sich zu schützen, sei es ausserdem von Nutzen, einen Schal um die Mundpartie zu legen, damit man die kalte Luft nicht direkt einatmet.