Tabu
Tag des Hörens: Dieses Video erklärt, weshalb man nicht warten sollte mit dem Hörgerät

700'000 Schweizerinnen und Schweizer hören nicht mehr gut, doch nur wenige lassen sich behandeln. Zu lange auf ein Hörgerät zu warten, ist aber eine schlechte Idee. Deshalb haben fünf Verbände ein Erklärvideo zum Welttag des Hörens am 3. März lanciert.

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Wer nicht mehr gut hört, hat ein Problem. Man versteht seine Umgebung nicht mehr, Gespräche strengen an, das führt zu Müdigkeit und im schlimmsten Fall dazu, dass sich Menschen mit schlechtem Gehör immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen.

«Studien zeigen, dass Menschen mit einem Hörverlust deshalb ein höheres Risiko haben, an Depression oder Demenz zu erkranken», heisst es in einer Medienmitteilung von vier Schweizer Branchenverbänden und den Hals-Nasen-Ohrenärzten zum Welttag des Hörens am 3. März.

Das Gehirn verlernt

Ein Hörgerät kann die Lebensqualität also wieder steigern. Allerdings ist das Thema Hören mit Tabus belegt. Denn während viele wie selbstverständlich zum Optiker gehen, wenn die Sehstärke nachlässt, ist der Gang zum Akustiker und das Tragen eines Hörgeräts offenbar oft schambelastet.

Durchschnittlich sieben bis zehn Jahre zu lange würden Menschen mit Hörproblemen warten, bis sie sich behandeln lassen. Nur 25 Prozent der Betroffenen tragen überhaupt ein Hörgerät.

Dabei ist es laut Experten problematisch, zu lange auf ein Hörgerät zu warten. Grund: Das Gehirn gewöhnt sich an einen Hörverlust und muss mit einem Hörgerät neu lernen, Klänge und Wörter zu verarbeiten. Je länger sich das Gehirn an ein schlechtes Gehör gewöhnt hat, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, auch mit Hörgerät nicht mehr richtig hören zu können.