Seltenheit
Mit dieser Krankheit wird die Sonne zum Feind – und das Gesicht löst sich auf

Xeroderma Pigmentosum: Wer an dieser seltenen Hautkrankheit leidet, muss bitter dafür bezahlen, wenn er zu viel an der Sonne ist. In einem brasilianischen Dorf leben ungewöhnlich viele Menschen, die betroffen sind.

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Der 38 Jahre alte Brasilianer Djalma Antonio Jardim leidet an der seltenen Hautkrankheit XP (Xeroderma Pigmentosum) und betrachtet sich hier im Spiegel.
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Wer an XP leidet, dessen Haut ist besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlen der Sonne. Und die Haut kann sich nicht regenerieren.
Grossvater und Enkel: Alisson Wendel Machado Freire (11) hört Jose Claudio Machado (77) zu, wie er Gitarre spielt.
Dieser Junge schützt sich beim Velofahren mit einem Pappkarton vor der Sonne.
Der 11-jährige Alisson Wendel Machado Freire, ein XP-Betroffener, spielt auf seinem Horn – jetzt, da die Sonne nicht mehr scheint.
Betroffene leben nach Möglichkeit nachts und meiden die Sonne.
Djalma Antonio Jardim lässt sich behandeln.
Wer an Hautkrankheit XP (Xeroderma Pigmentosum) leidet, dessen Gesicht löst sich auf

Der 38 Jahre alte Brasilianer Djalma Antonio Jardim leidet an der seltenen Hautkrankheit XP (Xeroderma Pigmentosum) und betrachtet sich hier im Spiegel.

Keystone

«Ich war immer der Sonne ausgesetzt», sagt der 38 Jahre alte Djalma Antonio Jardim. Das ging nicht anders. Er musste auf dem Feld arbeiten, er baute Reis an und kümmerte sich um die Kühe. Doch mit den Jahren wurde sein Gesundheitszustand immer schlechter, wie diewelt.de berichtet.

Jardim leidet an einer seltenen Hautkrankheit: Xeroderma Pigmentosum (XP). Betroffene reagieren extrem empfindlich auf UV-Strahlen des Sonnenlichts. Und sind damit besonders anfällig auf Hautkrebs.

Jardim erinnert sich, dass er schon mit 9 Jahren kleine Schwellungen im Gesicht hatte. Laut Experten sind das Anzeichen, dass er an der Krankheit leiden könnte.

Zum Schutz trug er einen grossen Strohhut, genützt hat dies wenig. Stattdessen musste er sich in den folgenden Jahren über 50 Operationen unterziehen. Ärzte entfernten ihm dabei Hauttumore.

Die Krankheit hat in all den Jahren Spuren hinterlassen. Sie hat ihm Lippen, Nase, Wangen und Augen weggefressen. Sein Gesicht löste sich buchstäblich auf. Das sieht man, wenn man seine Bilder betrachtet – auch dann, wenn er eine orangefarbene Maske trägt, um die Auswirkungen teilweise zu kaschieren.

Jardim ist in seinem Dorf Araras längst nicht der einzige, der an XP leidet. Nirgends sonst auf der Erde leben so viele Betroffene. In Araras, das im Mittleren Westen Brasiliens liegt, sind das mehr als 20 der 800 Einwohner - also jeder Vierzigste. Zum Vergleich: In den USA leidet dagegen nur einer aus einer Million an der Hautkrankheit.

In Araras gibt es laut Experten deshalb so viele XP-Patienten, weil das Dorf von ganz wenigen Familien gegründet worden ist, von denen gleich einige die Krankheit in sich trugen. Diese heirateten und bekamen Kinder. So vererbte sich XP an die nächsten Generationen. Auch Jardims Vater und Mutter waren schon Träge des defekten Gens, das für die verhängnisvolle Krankheit verantwortlich ist. (pz)

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