Depression
Krankmacher Job: In diesen zehn Berufen werden Sie am ehesten depressiv

Stressbedingte, depressive Störungen gehen Hand in Hand mit der Berufswahl – zu diesem Schluss kommen Forscher mit einer umfassenden Studie. In welchen Berufen das Risiko zur Depression am höchsten ist, erfahren Sie in der Top10 der stressigsten Jobs

Lukas Scherrer
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Depressionen können zu Arbeitsunfähigkeit führen und belasten die Volkswirtschaft. (Symbolbild)

Depressionen können zu Arbeitsunfähigkeit führen und belasten die Volkswirtschaft. (Symbolbild)

Keystone

Mieses Klima am Arbeitsplatz, zu hoher Erwartungsdruck von Vorgesetzten oder die unsäglichen Kollegen, die einen täglich zur Weissglut treiben: das alles und vieles mehr können Auslöser für eine psychische Erkrankung sein. Dann nehmen Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Interessen- und Konzentrationsverlust langsam überhand und können Betroffene in eine tiefe Depression stürzen.

Doch nicht alle Berufsleute sind vom Risiko, an einer Depression zu erkranken, gleich stark betroffen. Das haben Wissenschafter an der medizinischen Universität in Cincinnati mit einer umfassenden Studie herausgefunden.

Mit den Daten von rund 215000 erwerbstätigen Personen haben die amerikanischen Forscher in einem Zeitraum von fünf Jahren untersucht, in welchen Jobs überdurchschnittlich oft Depressionen auftreten und vor allem: welche Arbeitsumstände dafür verantwortlich sind.

Weil die Medizin zwischen leichten, mittelgradigen und schweren Depressionen unterscheidet, definierten die Forscher den Begriff für ihre Untersuchungen wie folgt: Als depressiv zählen Berufsleute, die mindestens zwei Mal während des Untersuchungszeitraums „krankheitsbedingte, medizinische Hilferufe aufgrund grösserer depressiver Störungen" brauchten.

Die Top-Ten der Depressions-Jobs

Platz 10 - Journalisten, Autoren und Verleger: Hoher Zeitdruck, unregelmässige und lange Arbeitszeiten sowie eine oft ungesunde Lebensweise sind in diesen Medienberufen oft Auslöser für eine Depression. 12,4 Prozent der untersuchten Berufsleute waren von einer Depression betroffen.

Platz 9 - Händler: Auch im Bereich des Handels mit Waren oder Wertschriften aller Art soll ein hohes Risiko für eine Depression bestehen. So gaben 12,6 Prozent an, im Untersuchungszeitraum Hilfe bei einer depressiven Störung gesucht zu haben.

Platz 8 - Parteien und Vereine: Das Ringen um politische Macht, der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in Gewerkschaften oder die freiwillige Mitwirkung in einem Verein: kein Zuckerschlecken. 13 Prozent der Probanden kämpften in diesem Berufsstand mit Stress und Depressionen.

Platz 7 - Umweltschutz: Kämpfen für eine nachhaltige und saubere Umwelt ist ein ehrenwerter aber umso stressigerer Job. Mit 13,2 Prozent belegt dieser Berufsstand den siebten Platz.

Platz 6 - Juristen: Mit 13,3 Prozent liegen Anwälte und Rechtsberater knapp vor den Umweltschützern. Schwierige Rechtsfälle und noch schwierigere Klienten dürften der Grund sein.

Platz 5 - Personaldienstleister: Auch die Vermittlung von Jobs scheint eine stressige Angelegenheit zu sein. Knapp mehr als 14 Prozent der Arbeitnehmer dieses Berufs klagten über Depressionen.

Platz 4 - Produktion und verarbeitende Industrie: Diese Berufsleute bilden eine Ausnahme in der Top10-Liste. Denn anders als in anderen betroffene Branchen, herrscht hier weniger Interaktion mit Menschen, welche laut den Forschern insbesondere zu Stress führt. Dennoch führen hier Maschinenlärm, schlechte Arbeitsbedingungen und Überstunden zu mehr als 14 Prozent depressiven Störungen.

Platz 3 - Soziale Arbeit: Die Arbeit mit benachteiligten, hilfsbedürftigen oder schwer integrierbaren Personen sorgt für einen hohen Stressfaktor. 14,2 Prozent der Studienteilnehmer waren im Untersuchungszeitraum depressiv - fast jeder siebte Angestellte.

Platz 2 - Immobilienmakler: Mit rund 15 Prozent depressiven Mitarbeitern gilt diese Branche als eine der stressigsten. Bewegungsmangel, schwierige Kundschaft und unregelmässige Arbeitszeiten dürften der Grund sein.

Platz 1 - Kondukteur/Reisebegleiter Reklamierende Fahrgäste und unregelmässige Arbeitszeiten - dafür brauchen vor allem Reisebegleiter starke Nerven. Mit 16,2 Prozent führen sie das Stressranking der US-Forscher an.

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