Gesundheit
H-pharm: Gemeinsam tiefere Medikamentenpreise aushandeln

Die Medikamentenkosten in den Schweizer Spitälern betragen gut 1 Milliarde Franken pro Jahr. Damit diese Kosten gesenkt werden und können, organisieren sich elf grössere Spitäler in der Einkaufsgemeinschaft "H-pharm."

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Schachteln mit Medikamenten (Symbolbild)

Schachteln mit Medikamenten (Symbolbild)

Keystone

Die Finanzierung über Fallpauschalen ab 2012 fördert die Transparenz und Vergleichbarkeit im Spitalwesen. Um im verstärkten Wettbewerb zu bestehen, ist neben einwandfreier Qualität ein möglichst wirtschaftlicher Betrieb erforderlich. Dazu gehört auch ein optimierter Einkauf von Arzneimitteln und zugehörigen Produkten. Die Spitalapotheken von elf bedeutenden Spitälern koordinieren nun künftig ihre Verhandlungen mit Arzneimittellieferanten und gründeten dazu die Gesellschaft H-pharm.

Dieser Zusammenschluss vergrössert das Verhandlungsvolumen und reduziert den Aufwand für Vertragsabschlüsse – sowohl für das Spital wie auch für den Lieferanten. Der Sitz von H-pharm ist in Aarau, die Einkaufsgemeinschaft wird geleitet von Richard Egger (Kantonsspital Aarau, Vorsitz), Marco Schärer (Solothurner Spitäler AG) und Maximilian Asanger (Stadtspital Triemli, Zürich). Bisher haben die H-pharm-Spitäler ihren Pharma-Bedarf selbständig beschafft. Durch die Einkaufsgemeinschaft sollen nun strategische Kooperationen mit Hauptlieferanten sowie optimale Preise für Arzneimittel ausgehandelt werden.

Am Umsatz gemessen machen die elf Spitäler, die sich via H-pharm organisieren, rund 20 Prozent aller Schweizer Spitäler aus. Insgesamt kaufen die beteiligten Spitalapotheken jährlich Arzneimittel und zugehörige Produkte im Beschaffungswert von 230 Millionen Franken ein. «Die Einkaufsgemeinschaft bietet nicht nur den Spitälern den grossen Vorteil, dass bessere Konditionen ausgehandelt werden können sondern optimiert auch für die Arzneimittellieferanten die Kosten», so Richard Egger, Chefapotheker Kantonsspital Aarau und Vorsitzender von H-pharm.

H-pharm ist als Organisation nicht in der operativen Beschaffung tätig, diese erfolgt weiterhin durch das einzelne Spital, aber auf Basis der von H-pharm ausgehandelten Konditionen. H-pharm soll ein starker Partner für Arzneimittelbeschaffungen im Gesundheitswesen werden.

Mitglieder H-pharm: Kantonsspital Aarau; Kantonsspital Baden; Kantonsspital Bruderholz; St. Claraspital Basel; Kantonsspital Liestal; Luzerner Kantonsspital; Solothurner Spitäler AG; Spital Limmattal, Schlieren; Kantonsspital St. Gallen; Stadtspital Triemli, Zürich; Stadtspital Waid, Zürich.