Gesundheit
Auch gesunde Schokolade führt zu Pickeln

Eine Analyse mehrerer Studien zeigt: Schokolade, egal ob hell oder dunkel, sowie Tablets, Milch und Sonne fördern Akne.

Jörg Zittlau
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Jede Art von Schokolade kann zu Akne führen.

Jede Art von Schokolade kann zu Akne führen.

Nadine Böni

«Wenn du keine Pickel haben willst, dann lass die Finger von Schokolade!» Diesen Tipp mussten sich Jugendliche schon vor 50 Jahren anhören. Wobei heute nicht mehr die Leckerei an sich, sondern ihre Zusammensetzung im Fokus steht – vor allem der Zuckergehalt, der die Pickel spriessen lassen soll. Doch das ist wohl ein Irrtum.

Ein Forscherteam um Federica Dall’Oglio von der Universität Catania hat die aktuelle Studienlage zum Thema «Akne und Ernährung» analysiert und kommt dabei zum Schluss, dass nicht nur die helle und süsse Vollmilch-Schokolade, sondern auch die dunklen, bitteren Varianten zu der Erkrankung beitragen. Die italienischen Dermatologen können dazu auf mehrere Studien verweisen.

Industriell gesüsste Nahrungsmittel sind problematisch

Erklären liesse sich das daraus, dass die Gerbsäuren und einfach gesättigten Fette des Kakaos nicht nur Entzündungen, sondern auch das Wachstum von Akne-Bakterien fördern.

Die Forscherin betont, dass ein Speiseplan mit einem hohen Glykämischen Index – der GI gibt an, wie stark und schnell der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit ansteigt – das Akne-Risiko deutlich ansteigen lässt. Der Grund: Ein hoher GI lässt mehr Hormone und Wachstumsfaktoren im Körper kursieren, die gerade im jugendlichen Körper dazu führen, dass sich die Talgdrüsen an den Haarfollikeln verstopfen. Als besonders problematisch haben sich in dieser Hinsicht industriell gesüsste Nahrungsmittel wie Cornflakes, Pommes, und Toast herausgestellt, weil sie den Blutzuckerspiegel heftig nach oben treiben. Und Soft-Drinks kann man als absolutes No-Go bezeichnen.

Bildschirme fördern die Entwicklung von Pickeln

Aber auch Milch ist ein Problem. Sie steigert laut einer chinesischen Studie das Akne-Risiko um 16 Prozent, und bei Magermilch sind es sogar 24 Prozent. Die Forscher vermuten, dass Magermilch weniger satt macht, sodass die Konsumenten mehr davon trinken und dadurch mehr Eiweisse und andere Wachstumsfaktoren der Milch verzehren. Und das steigere die Talgproduktion. Fermentierte Milchprodukte müssen Akne-Patienten hingegen nicht unbedingt meiden.

Ein chinesisches Forscherteam hat zudem herausgefunden, dass Bildschirme durch ihr kurzwelliges Licht das Wachstum von Staphylococcus aureus, also dem bakteriellen Hauptübeltäter im Akne-Geschehen anstacheln. Als weitere Pickel-Faktoren haben sich Städte mit viel Smog und wenig Grün herausgeschält. Dies gilt auch für Schlafmangel und psychischen Stress. Sonne und heisses Wetter spornen ebenfalls die Pickelbildung an, weil mehr Talg in der Haut gebildet wird.

Ein Trost für junge Burschen gibt es: Sie leiden zwar in der Pubertät doppelt so oft wie Mädchen an Akne, doch im Erwachsenenalter dreht sich der Spiess zusehends um.