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Geheimes sicher verstecken

Aus «u» wird «unufu», aus «au» wird «anafau». Das ist Grüfnisch, eine von vielen Geheimsprachen. Mit Üben versteht sie auch ein Nichteingeweihter. Bei Geheimschriften hilft oft nur der Schlüssel.
Jacqueline Schilling
Mit weissem Wachs geschriebene Zeichen werden erst sichtbar, wenn Du mit Wasserfarbe darübermalst. (Bild: Clive Streeter/Getty)

Mit weissem Wachs geschriebene Zeichen werden erst sichtbar, wenn Du mit Wasserfarbe darübermalst. (Bild: Clive Streeter/Getty)

Jeder hat sie: Geheimnisse. Manche teilt man aber dann doch mit der ­besten Freundin oder dem besten Freund. Sollen eure Nachrichten für alle anderen geheim bleiben, braucht ihr einen Code. Dafür gibt’s zig Möglichkeiten. Zum Beispiel das Umordnen des Alphabets: Du kannst jeden Buchstaben durch einen anderen ersetzen. Vielleicht nimmst du den, der im ABC gleich dahinter kommt. Oder du entscheidest, dass ein A zu einem S wird, ein B zu einem G. Damit der Empfänger deine Nachricht lesen kann, braucht er natürlich einen «Schlüssel». Nur so kann er die Botschaft decodieren.

Dann gibts Geheimschriften, die kommen ohne Schlüssel aus. Dafür presst du eine Zitrone aus, tunkst einen Pinsel darin und schreibst deine Nachricht auf ein weisses Papier. Sobald der Zitronensaft trocken ist, ist nichts mehr zu sehen. Möchtest du eine die Schrift wieder sichtbar machen, musst du das Blatt erwärmen. Du kannst drüber bügeln oder eine Kerze drunter halten, aber mach das bloss nie ohne einen Erwachsenen in der Nähe. Zaubertinte aus Zuckerwasser oder Milch funktioniert auch. Schreibst du deine Botschaft mit Zaubertinte zwischen die Zeilen eines gewöhnlichen Briefes, spricht man von Steganografie. Das ist der Begriff für das Verstecken von Botschaften an einem sicheren Ort. Wer vermutet schon eine geheime Nachricht in einem gewöhnlichen Brief? Die gruppierte Tabelle basiert auf einer Code-Zahl. Lautet sie 5, schreibst du die Nachricht jeweils spaltenweise – ohne Leer-, aber mit Satzzeichen – von oben nach unten, so dass beliebig viele Spalten, aber nur fünf Zeilen entstehen. Die letzte Spalte füllst du mit X und Y auf. Nun schreibst du die Nachricht zeilenweise ab und notierst sie als Zeichenkette. Mach mit beliebigen Leerzeichen sinnlose «Wörter». Willst du eine solche Nachricht lesen, zählst du alle Zeichen und teile sie durch die Code-Zahl. Du erhältst dann vielleicht die Zahl 7. Nun schreibst du die Zeichenkette als Zeilen mit acht Zeichen auf und liest von oben nach unten.

Codes knacken ist auch ein Beruf

Den besten Code, der eigentlich keiner war, gab es während des Zweiten Weltkrieges. Die US-Marine hatte den Funkverkehr damals Navajo-Indianern überlassen. Sie nutzten ihre ­eigene Sprache als Code. Militärische Fachbegriffe, Namen von Personen, Orten oder Schiffen wurden zusätzlich verschlüsselt. Die Japaner schafften es nicht, diesen Code zu knacken. Die Wissenschaft, die sich mit dem Knacken von Codes befasst, heisst Kryptografie. Menschen, die das von Berufs wegen tun, heissen Kryptoanalytiker. Es gibt nebst den Geheim­sprachen auch Geheimschriften. Eine der bekanntesten ist die Löffelsprache. Sie wird silbenweise gesprochen. So wissen Uneingeweihte nicht, wann ein Wort fertig ist. Zudem hängst du an jeden Vokal ein «lew» und ans Ende denselben Vokal noch einmal: ­a = alewa, e = elewe, i = ilewi, o = olewo, u = ulewu, ä = älewä, ö = ölewö, ü = ülewü, ie = ielewie, au = aulewau, ei = eilewei. Versuch mal: kalewannst – dulewu – dielewie – Lölewö – felewel – spralewa – chelewe – scholewon? «Grüfnisch» tönt auch lustig. Hier werden ebenfalls die Vokale ersetzt: ­ a = anafa, e= enefe, i = inifi, o = onofo, u = unufu, ä = änäfä, ö = önöfö, u = ünüfü. Bei Doppellauten wie au wird nur der erste Vokal verlängert zu anafau. Pronofobinifirmanafal.

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