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Gebautes zeigen und diskutieren

ST. GALLEN. «Gutes Bauen Ostschweiz 2006–2010» war ein Erfolg, der über die Fachkreise hinaus Beachtung fand. Jetzt wird der Wettbewerb neu aufgelegt – thematisch erweitert und begleitet von Texten unabhängiger Fachjournalisten.
Silvan Lüchinger
Die Kapelle der Psychiatrischen Klinik Herisau, im letzten Sammelband «Gutes Bauen Ostschweiz» als Beispiel für eine hochwertige Renovation aufgeführt. (Bild: Jürg Zürcher)

Die Kapelle der Psychiatrischen Klinik Herisau, im letzten Sammelband «Gutes Bauen Ostschweiz» als Beispiel für eine hochwertige Renovation aufgeführt. (Bild: Jürg Zürcher)

Unsere landschaftlichen Freiräume werden laufend enger. Die Bevölkerung steht Bauvorhaben immer kritischer gegenüber, und Gebautes wird entsprechend aufmerksam betrachtet und bewertet. Sichtbarer Ausdruck davon ist etwa das Ja zur Zweitwohnungs-Initiative. Aber auch das grosse Publikumsinteresse, wenn Neubauten vor der Inbetriebnahme zur Besichtigung freigegeben werden.

Doch wie weit ist heutige Architektur noch Teil der alltäglichen Erfahrung, des Gewohnten und Gewöhnlichen? Ist das Verstehen moderner Bauten Fachleuten vorbehalten, oder findet auch der interessierte Laie Zugang?

Neue Ausrichtung

Das Architektur Forum Ostschweiz – es vertritt als Verein die Fachverbände und engagiert sich seit über 20 Jahren mit Veranstaltungen und Vorträgen für die Ostschweizer Baukultur – will Gebautes und Gestaltetes zur Sprache bringen und zur Diskussion stellen – breit und öffentlich. Transportmittel ist der Wettbewerb «Gutes Bauen Ostschweiz 2011–2015». Im Unterschied zu den bisherigen Auflagen ist er nicht mehr auf Einzelobjekte vorwiegend des Hochbaus ausgerichtet. Diskutiert und bewertet werden auch Werke von Bauingenieuren, der Landschaftsarchitektur sowie umgesetzte Orts- und Raumplanungen. Konkret soll sich rund ein Drittel der ausgewählten Projekte nicht mit Gebäuden im engeren Sinn befassen. Teilnahmeberechtigt sind Arbeiten mit Standort in einem der Ostschweizer Kantone oder im Fürstentum Liechtenstein.

Externe Jury entscheidet

Eine Fachkommission sichtet die zur Bewertung eingereichten Werke. Die Mitglieder dieser Kommission sind jeweils für ein Jahr im Amt und dürfen in dieser Zeit keine Projekte vorschlagen, an denen sie selber beteiligt waren.

Unabhängige Fachjournalisten befassen sich in kritischen Texten aus verschiedenen Blickwinkeln mit den ausgewählten Arbeiten und mit der Baukultur in der Ostschweiz an sich. Am Ende des Zyklus zeichnet eine externe Jury die drei aus ihrer Sicht bedeutendsten Beiträge zur regionalen Baukultur aus. Zu gewinnen gibt es kein Geld, sondern die Plakette «Gutes Bauen Ostschweiz 2011– 2015» samt Urkunde für die beteiligten Planerinnen und Planer.

Unsere Zeitung wird ab Mitte Monat die Texte der Fachjournalisten illustrieren und in loser Folge veröffentlichen. Vorgesehen ist, sie am Ende des Wettbewerbszyklus in einem Sammelband zu publizieren.

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